Eine rechtssichere Dienstwagenüberlassung braucht klare Vorgaben. Doch welche Dokumente sind erforderlich und welchen Zweck erfüllen sie?
Car Policy und der Dienstwagenüberlassungsvertrag: Beides sind Dokumente, an denen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Fahrzeuge zur Verfügung stellen, nicht vorbeikommen. Sie regeln den Umgang mit Dienstwagen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Eine Car Policy definiert generelle Standards und Prozesse rund um Firmenfahrzeuge, während der Dienstwagenüberlassungsvertrag die individuellen Rechte und Pflichten sowie konkrete Regelungen zu Nutzung, Haftung, Kosten und Schäden festhält.
Indem Fuhrparkmanager beide Dokumente sauber aufsetzen, schaffen sie klare organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Fahrzeugüberlassung. So werden Probleme rund um Themen wie Haftung oder das Verhalten bei Schäden reduziert.
Eine Car Policy ist eine Art Richtlinie, in der die generellen Regelungen zur Firmenwagennutzung festgehalten werden. Sie richtet sich an alle Mitarbeiter, die einen Dienstwagen nutzen dürfen. Sie legt fest, nach welchen Kriterien Fahrzeuge ausgewählt werden und welche Mitarbeiter die Dienstwagen unter welchen Voraussetzungen nutzen dürfen. Die Car Policy sollte in Schriftform vorliegen.
Der Vorteil einer Car Policy ist, dass Unternehmen über eine transparente Richtlinie verfügen, die alle relevanten Fragen zum Thema Dienstwagen klärt. Das sorgt dafür, dass keine aufwändigen Einzelfallentscheidungen getroffen werden müssen. Fuhrparkmanager sind frei in der Gestaltung von Car Policies, da es keine rechtliche Vorgabe gibt, wie eine solche Richtlinie genau auszusehen hat.
Der Dienstwagenüberlassungsvertrag wird zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter geschlossen und ist ein bindender Vertrag. Er regelt die Rechte und Pflichten, die mit der Überlassung des Fahrzeugs einhergehen.
Die Grundlage für den individuellen Fahrzeugüberlassungsvertrag kann die Car Policy sein. Der Dienstwagenüberlassungsvertrag ist aber ein eigenes Dokument, das rechtlich bindend ist und üblicherweise von beiden Parteien unterschrieben wird.
Um eine Car Policy in einem Unternehmen einzuführen, muss zunächst der Status quo analysiert werden. Dazu gehören der bestehende Fuhrpark sowie die aktuell vorhandenen Richtlinien. Übernehmen Fuhrparkmanager die Entwicklung der Car Policy, sollten sie alle relevanten Instanzen wie HR, Finanzabteilung, Recht und auch die eigentlichen Dienstwagenfahrer mit einbeziehen, um die Bedürfnisse der jeweiligen Parteien zu verstehen.
Soweit Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bestehen, sollten diese bei der Einführung oder Änderung einer Car Policy ebenfalls berücksichtigt werden. Auch auf datenschutzrechtliche Anforderungen der DSGVO muss geachtet werden.
Anschließend können die eigentlichen Richtlinien für alle relevanten Aspekte aufgesetzt werden. In Form von Schulungen und anhand regelmäßiger und transparenter Kommunikation kann die Car Policy dann verankert und umgesetzt werden.
Es gibt keine ausdrückliche gesetzliche Verpflichtung, einen schriftlichen Dienstwagenüberlassungsvertrag abzuschließen. Aus arbeitsrechtlicher Sicht können Vereinbarungen zur Überlassung von Fahrzeugen auch ein Bestandteil des Arbeitsvertrags sein oder aus einer zusätzlichen Betriebsvereinbarung hervorgehen. Experten empfehlen aber, einen Dienstwagenüberlassungsvertrag als ein eigenständiges Dokument aufzusetzen.
So schaffen Arbeitgeber Klarheit über die Nutzungsbedingungen und Mitarbeiter wissen, was ihre Rechte und Pflichten sind. Das kann das Risiko für Streitigkeiten reduzieren und schafft für beide Seiten eine wichtige rechtliche Grundlage. Insbesondere in Unternehmen mit größeren Fuhrparks ist ein Dienstwagenüberlassungsvertrag Standard.
Eine Car Policy und ein Dienstwagenüberlassungsvertrag sollten rechtlich voneinander abgegrenzt sein, sie können sich aber ergänzen. Dafür kann im individuellen Überlassungsvertrag auf die Car Policy verwiesen werden und zum Beispiel festgehalten werden, dass der Beschäftigte die Car Policy erhalten hat und die darin genannten Regelungen anerkennt.
Das führt dazu, dass einige allgemeine Vorgaben nicht nochmal im Dienstwagenüberlassungsvertrag aufgeführt werden müssen, sondern lediglich auf die Car Policy Bezug genommen wird. Wesentliche Rechte und Pflichten wie die Privatnutzung des Fahrzeugs, Fragen zur Haftung oder zur Rückgabepflicht werden aber dennoch am besten individuell vertraglich geregelt.
Fuhrparkmanager sollten beachten, dass beide Dokumente stetig angepasst werden sollten. Neue Entwicklungen, neue Gesetzesvorgaben, neue Prozesse oder Vorgaben im Unternehmen und neue Technologien sollten sie stets im Blick behalten.
Die Mobilitätsbranche verändert sich und das sollten Unternehmen auch beim Aufsetzen ihrer Car Policy berücksichtigen. Für sie ist es wichtig zu wissen, dass es zahlreiche Alternativen zu Dienstwagen gibt. Mit einer Mobility Policy statt einer reinen Car Policy lassen sich auch grundlegende Regelungen zu anderen Mobilitätsformen wie Mobilitätsbudgets oder dem Leasing von Dienstfahrrädern festhalten. Unternehmen können durch eine moderne Policy ihre Effizienz steigern, Kosten senken und sich als attraktiver Arbeitgeber am Markt platzieren.

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