VDR-Umfrage „Stimmungsbarometer Nachhaltigkeit“ zeigt: Nachhaltigkeit bleibt zentral im Geschäftsreisemanagement, trotz knapper Ressourcen.
Die Ergebnisse der Umfrage „Stimmungsbarometer Nachhaltigkeit“ des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), durchgeführt vom 18. September bis 03. Oktober 2025, weisen eine steigende Bedeutung nachhaltiger Mobilität im Geschäftsreisemanagement nach.
Trotz Entlastungen durch das EU-Omnibus-Paket und gelockerter CSRD-Berichtspflichten bleibt der Transformationsdruck hoch. Für viele VDR-Mitgliedsunternehmen ist Nachhaltigkeit sowohl strategische Chance als auch Qualitätsmerkmal.
56 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass nachhaltige Mobilität im Travel Management künftig an Bedeutung gewinnt. 9 Prozent erwarten einen Rückgang, 33 Prozent sehen keine Veränderung. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen, die nachhaltige Prozesse nicht integrieren, riskieren Nachteile etwa bei Ausschreibungen oder in Lieferketten.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichtet von gestiegenen Nachhaltigkeitszielen (53 Prozent) und zunehmenden Aktivitäten (58 Prozent). Gleichzeitig bleiben Budgets und Personal oft unverändert, nur knapp ein Viertel verfügt über zusätzliche Ressourcen.
Diese Diskrepanz erschwert die Umsetzung. Ohne gezielte Investitionen in digitale Werkzeuge, nachhaltige Buchungssysteme oder Schulungen besteht laut Analyse das Risiko, dass Ziele nicht umgesetzt werden.
72 Prozent der Unternehmen erfassen bereits Emissionen aus Geschäftsreisen, weitere 15 Prozent planen dies. Etwa 13 Prozent verzichten darauf. Besonders große Unternehmen, mit mehr als 1.500 Mitarbeitenden, treiben diese Entwicklung voran, auch aufgrund regulatorischer Anforderungen wie der CSRD.
Auch internationale Zahlen zeigen den gleichen Trend: Die GBTA Foundation berichtet, dass 64 Prozent der Unternehmen weltweit ihre Reiseemissionen erfassen.
48 Prozent der Unternehmen berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bereits im Einkauf, weitere 21 Prozent planen dies. Rund ein Drittel hat entsprechende Kriterien bislang nicht integriert.
Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass Unternehmen – egal ob groß oder klein – über ihre Lieferketten stark miteinander verbunden sind. Wenn große Unternehmen höhere Nachhaltigkeitsstandards einführen, wirkt das oft wie ein Anstoß für kleinere Betriebe: Sie passen ihre Prozesse an, weil dies im Einkauf verlangt wird oder weil gemeinsame Berichtswege eingeführt werden. So entsteht ein Netzwerk, in dem Nachhaltigkeit über Unternehmensgrenzen hinweg gestärkt wird.
Die Ergebnisse zeigen mehrere Handlungsfelder: Nachhaltigkeit entwickelt sich zum Wettbewerbsvorteil, gleichzeitig passen Ziele und Ressourcen häufig nicht zusammen. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, konkrete Maßnahmen umzusetzen und Prozesse anzupassen.
Darüber hinaus gewinnen strukturierte Datenerhebung und transparente Prozesse an Bedeutung, etwa zur Bewertung von Emissionen, Kosten und Effizienz.
Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr, sondern entwickelt sich zum festen Bestandteil unternehmerischer Steuerung. Große wie kleine Unternehmen sind betroffen, auch bei unterschiedlichen Berichtspflichten.
Steigende Anforderungen aus Lieferketten und der Wunsch nach Transparenz verstärken den Druck zusätzlich. Nachhaltige Mobilität wird damit zu einem zentralen Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und zukünftige Ausrichtung im Geschäftsreisemanagement. (ds)

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