Eine EU-Studie zeigt längere Flugzeiten, steigende Kosten und Marktanteilsverluste für europäische Airlines durch Luftraumsperren und Klimavorgaben.
Europäische Fluggesellschaften stehen nach einer neuen Analyse vor wachsenden Herausforderungen. Unternehmen mit internationaler Reisetätigkeit könnten die Folgen geopolitischer Entwicklungen und neuer Klimavorgaben künftig stärker spüren. Konkretes zur Studie und den Herausforderungen hier im Überblick.
Die Studie führt die verlängerten Flugzeiten maßgeblich auf die Sperrung des russischen Luftraums seit 2022 zurück. Während Fluggesellschaften aus China weiterhin über Russland fliegen können, müssen europäische Anbieter auf vielen Verbindungen nach Asien Ausweichrouten nutzen. Auf den untersuchten China-Strecken verlängern sich die Flugzeiten dadurch je nach Verbindung um 4,1 bis 39,2 Prozent. Für Geschäftsreisende bedeutet das längere Reisezeiten zwischen Europa und Asien.
Die Untersuchung dokumentiert Marktanteilsverluste europäischer Fluggesellschaften von drei bis 29 Prozentpunkten auf untersuchten China-Routen im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Als Beispiele werden die Strecken Paris–Peking und Helsinki–Shanghai genannt. Zusätzlich entstehen durch regulatorische Vorgaben Kostenbelastungen. Der europäische Emissionshandel (EU ETS) und die ReFuelEU-Aviation-Verordnung führen laut Studie zu Mehrkosten von durchschnittlich 7,57 Euro pro Passagier im Jahr 2025. Bis 2030 sollen diese auf rund 15 Euro je Passagier steigen.
Beim Ausbau synthetischer nachhaltiger Flugkraftstoffe (E-SAF) sieht die Studie besonderen Handlungsbedarf. Trotz geplanter Beimischungspflichten existiert bislang keine Produktionsanlage in Europa mit finaler Investitionsentscheidung. Die Produktionskosten für E-SAF liegen laut Studie bei rund 7.695 Euro pro Tonne. Zum Vergleich: Fossiles Kerosin kostet etwa 734 Euro pro Tonne, biobasierter nachhaltiger Kraftstoff etwa 2.085 Euro pro Tonne.
Die Autoren der EU-Studie empfehlen eine eigenständige europäische Industriestrategie für Luft- und Raumfahrt. Zudem sollten Investitionen in die Produktion synthetischer Kraftstoffe gezielt abgesichert werden, um den Markthochlauf zu beschleunigen. Gleichzeitig hebt die Studie die starke Ausgangsposition des europäischen Luftverkehrsbinnenmarkts und der Luft- und Raumfahrtindustrie hervor.

Erhalten Sie aktuelle Infos zu Flugreisen und Geschäftsflügen – aktuell, praxisnah und relevant.