Trotz steigender Passagierzahlen sinkt die Zahl fehlgeleiteter Gepäckstücke deutlich. Digitale Lösungen und KI verbessern Transparenz und Abläufe.
Allein im Jahr 2025 reisten weltweit rund fünf Milliarden Passagiere. Auch wenn dabei weiterhin rund 24 Millionen Gepäckstücke falsch abgefertigt wurden, zeigt sich ein klarer Fortschritt: Seit 2007 ist die Zahl dieser Fälle um nahezu 75 Prozent gesunken. Das ergibt sich aus dem Sita Baggage IT Insights Report 2026.
Trotz der positiven Entwicklung verursacht fehlgeleitetes Gepäck weiterhin hohe Kosten. Insgesamt belaufen sich diese auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das entspricht im Durchschnitt etwa 260 US-Dollar pro Gepäckstück.
Besonders ins Gewicht fallen verspätete Gepäckstücke, die rund 70 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Hier entsteht der meiste Aufwand durch Nachverfolgung, Umladung und Zustellung. Bei verlorenem oder beschädigtem Gepäck entfallen bis zu 70 Prozent der Kosten auf Entschädigungen. Verbindungen mit Umstieg bleiben wesentlicher Auslöser für Gepäckfehler.
Als entscheidender Faktor für die Entwicklung gilt die stärkere Vernetzung der Systeme. Echtzeit-Datenaustausch, KI-gestützte Routenplanung und digitale Anwendungen für Passagiere sorgen für mehr Transparenz entlang der gesamten Prozesskette.
Mehr als 70 Prozent der Fluggesellschaften planen, in den kommenden zwei Jahren in Künstliche Intelligenz zu investieren. Zudem wollen rund 50 Prozent ihren Kunden künftig Echtzeitinformationen zum Gepäckstatus bereitstellen. Auch die Umsetzung der IATA-Resolution 753 zur Gepäckverfolgung hat inzwischen die Marke von 50 Prozent überschritten.
“Die Gepäckabfertigung wandelt sich von einem logistischen Problem zu einer digitalen Dienstleistung.”
Die Integration von Apples „Find My“ in das WorldTracer-System reduzierte im ersten Jahr den Anteil dauerhaft verlorener Gepäckstücke um 90 Prozent und verkürzte die Rückgabezeit verspäteter Gepäckstücke um 26 Prozent.
Thai Airways konnte mithilfe von Sitas „Auto Reflight“ die Bearbeitungszeit von Gepäck-Umbuchungen von drei Minuten auf eine Sekunde senken.
Sita-CEO David Lavorel betont die Bedeutung datengetriebener Prozesse: „Flughäfen stoßen von Jahr zu Jahr immer weiter an ihre physischen Grenzen. Daten, KI und vorausschauende Betriebsabläufe ermöglichen es uns, mehr aus den vorhandenen Flughafenkapazitäten herauszuholen.“ (lb)

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