Cyberangriffe und geopolitische Konflikte können Geschäftsreisen schnell aus dem Plan bringen. Entscheidend ist eine gute Vorbereitung.
Internationale Geschäftsreisen können innerhalb weniger Stunden aus dem Takt geraten. Gesperrte Lufträume, IT-Ausfälle oder kurzfristig gestrichene Verbindungen verlangen schnelle Entscheidungen. Für Travel Manager stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie Unternehmen auf solche Störungen vorbereitet sind.
Wie weitreichend externe Ereignisse den Flugverkehr beeinträchtigen können, zeigte zuletzt der Konflikt zwischen den USA und Israel auf der einen und Iran auf der anderen Seite. Seit Ende Februar 2026 kam es zeitweise zu Luftraumsperrungen und erheblichen Einschränkungen im Nahen Osten. Airlines mussten Verbindungen streichen oder Routen kurzfristig ändern.
Der Business-Travel-Anbieter Tumodo berichtet in diesem Zusammenhang von Tausenden kurzfristigen Umbuchungen für Kunden. Gerät eine Geschäftsreise aus dem Plan, muss es oft schnell gehen: Alternative Verbindungen müssen gefunden, Hotels umgebucht und Termine neu koordiniert werden. Gleichzeitig sollte klar sein, wer Entscheidungen trifft und an wen sich Reisende unterwegs wenden können.
„Geschäftsreisen lassen sich heute nicht mehr bis ins Detail planen, aber Unternehmen können sich darauf vorbereiten, wie sie mit unerwarteten Ereignissen umgehen. Genau dabei möchten wir sie unterstützen“, sagt Robert Löschke, Managing Director Germany bei Tumodo.
Auch IT-Störungen können den Reiseverkehr erheblich beeinträchtigen. Im September 2025 führte ein Cyberangriff auf einen Anbieter von Check-in- und Boarding-Systemen unter anderem an den Flughäfen Berlin Brandenburg, Brüssel und London Heathrow zu Verzögerungen und Flugausfällen.
Nach Angaben des Technologieunternehmens Thales nahm die Zahl der Ransomware-Angriffe auf den Luftfahrtsektor innerhalb eines Jahres um 600 Prozent zu. Zwischen Januar 2024 und April 2025 registrierte das Unternehmen 27 größere Angriffe durch 22 Ransomware-Gruppen.
Solche Störungen können auch dann Folgen für Geschäftsreisen haben, wenn das eigene Unternehmen technisch nicht betroffen ist. Zugleich zeigen Zahlen der Techniker Krankenkasse Nachholbedarf bei der Vorbereitung auf Notfälle: Nur 58 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass ihr Unternehmen im Ernstfall eine Evakuierung organisieren könnte. 86 Prozent halten die Sicherheitsmaßnahmen ihres Arbeitgebers für unzureichend.
Für Störfälle sind klare Zuständigkeiten und erreichbare Ansprechpartner entscheidend. Unternehmen sollten bereits vor der Reise festlegen, wer bei Flugausfällen oder anderen kurzfristigen Änderungen reagiert, Umbuchungen koordiniert und Reisende unterstützt.
Digitale und automatisierte Prozesse können Standardabläufe vereinfachen und Informationen schnell anpassen. Bei komplexeren Fällen sollte jedoch klar sein, wann persönliche Unterstützung erforderlich ist und wie Reisende diese erreichen können. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt zudem klar kommunizierte Notfallprozesse, hinterlegte Ansprechpartner sowie eine frühzeitige Prüfung von Reise- und Sicherheitshinweisen. (iz)

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