Baustellen und weitere Einschränkungen sorgen 2026 auf vielen DB-Strecken für längere Fahrzeiten. Die wichtigsten Verbindungen im Überblick.
Wer 2026 mit der Bahn zu Geschäftsterminen reist, muss auf vielen Verbindungen mehr Zeit einplanen. Hintergrund ist der hohe Sanierungsbedarf im Schienennetz: Laut Deutscher Bahn wird 2026 bundesweit an bis zu 28.000 Baustellen im Schienennetz und an den Stationen gearbeitet. Um das Netz langfristig zu stabilisieren, erneuert die Bahn größere Streckenabschnitte umfassend. Dabei werden Gleise, Weichen, Oberleitungen und Stellwerke möglichst gebündelt saniert.
Doch auch nach Abschluss einer Generalsanierung können Einschränkungen bleiben: Auf der Strecke Hamburg–Berlin waren von Mitte Juni bis Mitte Juli zuletzt nur 25,8 Prozent der Fernzüge pünktlich. Die DB nennt unter anderem Restarbeiten, technische Abnahmen und Softwareumstellungen als Gründe. Hinzu kommen weitere Einschränkungen durch Umleitungen, Zugausfälle und Grenzkontrollen auf einzelnen internationalen Verbindungen.
Die Übersicht zeigt wichtige DB-Verbindungen für die Geschäftsreiseplanung mit den angekündigten Zeiträumen, den wichtigsten Auswirkungen und möglichen Alternativen.
Brückenarbeiten. Züge werden zwischen Münster und Wanne-Eickel beziehungsweise zwischen Recklinghausen und Oberhausen umgeleitet. Halte in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Essen entfallen teilweise; einige Züge halten zusätzlich in Oberhausen.
Brückenarbeiten. In Hamburg-Altona und Dammtor entfallen sämtliche Fernverkehrshalte. Richtung Berlin fahren stündliche ICE-Züge ab Hamburg Hbf, Richtung München mindestens zweistündlich ab Hamburg-Harburg. Ersatzhalte sind unter anderem Hamburg-Bergedorf und Pinneberg.
Diverse Bauarbeiten. Zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin verkehren je nach Bauphase nur rund die Hälfte bis drei Viertel der Züge. Die Fahrzeit verlängert sich teilweise um 45 bis 60 Minuten; auch Verbindungen nach Bremen und Amsterdam sind zeitweise reduziert.
Oberleitungsarbeiten. Die Züge werden größtenteils zwischen Nürnberg und Ingolstadt umgeleitet. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit zwischen Nürnberg und München um rund 30 bis 45 Minuten; einzelne Züge entfallen auf Teilabschnitten.
Instandhaltungs- und Ausbauarbeiten. Zwischen Mannheim, Stuttgart und München bestehen mindestens stündliche Direktverbindungen. Karlsruhe–Stuttgart wird zweistündlich bedient, aus Heidelberg ist ein Umstieg in Vaihingen (Enz) nötig. Richtung Österreich und Zürich gelten geänderte Verbindungen.
Brücken- und Weichenarbeiten. In Mainz Hbf und am Frankfurter Flughafen entfallen Halte. Zeitweise fallen sämtliche Fernverkehrsverbindungen zwischen Mainz und Frankfurt sowie nahezu alle Fernverkehrshalte in Wiesbaden aus.
Brückenarbeiten. Zwischen Berlin, Erfurt, Nürnberg und München verkehren rund drei Viertel des regulären Fernverkehrsangebots. In Donauwörth und Augsburg entfallen einzelne Halte; teilweise sind zusätzliche Umstiege in Nürnberg nötig.
Diverse Bauarbeiten. Das ICE-Zugpaar Dortmund–Innsbruck fährt nur zwischen Dortmund und Friedrichshafen. Der Abschnitt Friedrichshafen–Innsbruck entfällt; zwischen Friedrichshafen und Bregenz verkehren Ersatzbusse.
Brücken- und Ausbauarbeiten. Züge werden zwischen Köln/Düsseldorf und Dortmund/Gelsenkirchen/Münster umgeleitet. Oberhausen entfällt als Fernverkehrshalt, Duisburg wird nur vereinzelt bedient. Die Fahrzeit verlängert sich teilweise um bis zu 30 Minuten.
Neubau des Kreuzungsbauwerks Dresden Hbf. IC-Züge von und nach Chemnitz werden zwischen Dresden-Neustadt und Freiberg (Sachs) umgeleitet. Dresden Hbf entfällt bei diesen Zügen als Halt.
Dreigleisiger Streckenausbau. Die Züge werden zwischen Köln und Utrecht umgeleitet. Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen und Arnheim entfallen als Halte; die Fahrzeit verlängert sich um rund 30 Minuten. Ersatzhalte gibt es in Mönchengladbach und ’s-Hertogenbosch.
Brückenarbeiten und Gleiserneuerungen. Die IC-Linie 34 zwischen Frankfurt, Siegen, Dortmund und Münster entfällt auf dem gesamten Laufweg. Damit entfallen unter anderem die Fernverkehrshalte in Siegen, Dortmund und Münster.
Instandhaltungsarbeiten. Fernzüge werden umgeleitet. Ostbahnhof und Zoologischer Garten entfallen als Halte; Ersatzhalte gibt es unter anderem in Gesundbrunnen und Südkreuz.
Generalsanierung. Zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz fahren Fernzüge nur noch stündlich. Direktverbindungen zwischen Bonn und Köln entfallen; in Remagen und Andernach halten nur einzelne Fernzüge.
Arbeiten an den Bahnsteigen. Die IC-Züge zwischen Erfurt, Weimar, Jena und Gera entfallen. Ersatzweise verkehren zwei ICE-Zugpaare zwischen Nordrhein-Westfalen, Kassel, Erfurt und Leipzig.
Schienenerneuerung. Es fahren maximal zwei Züge pro Stunde. Züge werden umgeleitet oder entfallen; in Ingolstadt und München ist das Angebot reduziert. Die Fahrzeit verlängert sich um rund 30 Minuten.
Korridorsanierung. Fernverkehrshalte in Straubing, Plattling und Passau entfallen. Im Regionalverkehr fahren auf vielen Verbindungen Ersatzbusse; Fernzüge Richtung Österreich werden teilweise umgeleitet.
Quellen: Deutsche Bahn, DB InfraGO; Stand: August 2026. Angaben können sich kurzfristig ändern.

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