Übermüdung erhöht das Unfallrisiko erheblich. Wer Warnzeichen früh erkennt und rechtzeitig reagiert, kann Sekundenschlaf vorbeugen.
Müdigkeit kommt beim Autofahren oft schleichend. Die Augen werden schwer, die Konzentration lässt nach und Gedanken schweifen immer häufiger ab. Besonders gefährlich wird es, wenn Fahrer die eigenen Warnsignale ignorieren und trotzdem weiterfahren. Laut Europäischer Kommission dürfte Übermüdung bei rund jedem fünften Verkehrsunfall eine ursächliche Rolle spielen. Diese fünf Maßnahmen können helfen, das Risiko eines Sekundenschlafs zu verringern.
Wer müde ins Auto steigt, erhöht das Risiko für einen Sekundenschlaf deutlich. Deshalb sollten Fahrer vor längeren Strecken möglichst ausreichend schlafen. Besonders heikel sind Fahrten zwischen zwei und fünf Uhr morgens. Aber auch am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr lässt die Konzentration bei vielen Menschen nach. Wer vor der Abfahrt Schlaf nachholen kann, schafft bessere Voraussetzungen für eine sichere Fahrt.
Übermüdung kündigt sich meist durch klare Signale an: häufiges Gähnen, brennende Augen, plötzliches Frösteln oder nachlassende Konzentration. Spätestens wenn das Fahrzeug nicht mehr sauber in der Spur bleibt oder Mitfahrende auf die Müdigkeit aufmerksam machen, sollten Betroffene reagieren. Auch Warnhinweise moderner Assistenzsysteme verdienen Aufmerksamkeit. Tauchen sie mehrfach auf, spricht vieles für eine Pause.
Wer merkt, dass die Konzentration nachlässt, sollte den nächsten Rastplatz ansteuern. Spätestens nach zwei Stunden wird ohnehin eine Unterbrechung der Fahrt empfohlen. Besonders wirksam hilft oft ein kurzer Schlaf von 15 bis 20 Minuten. Ein solcher Powernap kann die Aufmerksamkeit deutlich verbessern. Anschließend helfen einige Minuten Bewegung an der frischen Luft, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und die Fahrt sicherer fortzusetzen.
Viele Autofahrer greifen bei Müdigkeit zu Kaffee oder Energy-Drinks. Allerdings macht Koffein nicht sofort wach. Bis die anregende Wirkung einsetzt, vergehen meist 20 bis 30 Minuten. Deshalb hilft es wenig, einen Espresso zu trinken und direkt weiterzufahren. Sinnvoller kann die Kombination aus koffeinhaltigem Getränk und kurzem Powernap sein. Wacht der Fahrer auf, setzt häufig auch die Wirkung des Koffeins ein.
Laute Musik, frische Luft oder ein geöffnetes Seitenfenster können die Aufmerksamkeit kurzfristig steigern – die eigentliche Müdigkeit verschwindet dadurch aber nicht. Wer sich nur mit diesen Mitteln wachhalten will, hat häufig bereits einen kritischen Erschöpfungszustand erreicht. In solchen Situationen ist eine Fahrtunterbrechung die deutlich sicherere Entscheidung. (SP-X /lb)

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