Der EQB ist das fünfte Modell von Mercedes, das mit einem Elektroantrieb auf den Markt kam. Er eignet sich auch im gewerblichen Segment gut.
Der Mercedes EQB fällt wie seine elektrischen Geschwister durch den typischen Black-Panel-Grill mit Zentralstern auf. Zum weiteren Designmerkmal zählt das Leuchtenband vorne und hinten. Durch sein hohes Heck ist der Kofferraum mit knapp 500 Litern im Normalzustand sehr geräumig und dank doppelten Ladebodens auch praktisch beladbar.
Gerade für Geschäftsreisende ist die Qualität der Sitze, vor allem wenn es über längere Distanzen geht, entscheidend. Aber diesbezüglich muss man sich beim EQB keine Sorgen machen: Die Sitze sind vorne wie hinten sehr komfortabel und somit vielfahrertauglich. Besonders die Beinfreiheit auf der Rückbank fällt großzügig aus.
Menschen bis zu einer Körpergröße von nahezu zwei Metern wird ausreichend Kopffreiheit geboten. Gegen Aufpreis ist alternativ eine um 14 cm verschiebbare Rücksitzbank erhältlich. Der Wohlfühlsitzcharakter wird unterstützt durch das im Komfortmodus fast perfekt wirkende Fahrwerk, das jede Fahrbahnunebenheit wegfedert.
Vor dem Fahrer befindet sich ein hochwertiges und attraktiv gestaltetes Widescreen-Cockpit, Bedienung und Darstellung erfolgen über MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Den robusten Charakter des Interieurs unterstreichen Rohrelemente in Aluoptik. Sie sitzen als Griff in den Türen, in der Mittelkonsole und in der Armaturentafel auf der Beifahrerseite.
Zum Glück funktioniert die Sprachsteuerung gut, sodass auf ein umständliches Erlernen der vielen Funktionalitäten verzichtet werden kann. Nahezu alle Funktionen lassen sich aber natürlich auch per Touchscreen steuern.
Serienmäßig an Bord sind ein aktiver Spurhalte- und ein Bremsassistent. Auf stehende Fahrzeuge und querende Fußgänger kann das System bis zu einem Tempo von 60 km/h bremsend eingreifen.
Erweiterte Funktionen des Fahrassistenzpakets sind beispielsweise die Abbiegefunktion, die Rettungsgassenfunktion, die Ausstiegswarnfunktion bei herannahenden Radfahrern oder Fahrzeugen sowie die Warnung vor Personen im Bereich von Zebrastreifen.
Der EQB ist wie seine größeren Geschwister ein sehr angenehm zu fahrendes Automobil. Im Test wurde die Allrad-Variante EQB 350 4Matic mit 215 kW/291 PS gefahren. Die soll im gemäßigten WLTP-Messzyklus 18,1 kW verbrauchen. Bei moderater Fahrweise lag der Verbrauch im Test bei unter 20 kWh.
Der EQB liegt gut auf der Straße und fährt sich nicht nur im Stadtverkehr höchst angenehm. Mittels leistungsstarkem Four-Wheel-Drive beschleunigt er BEV-typisch ziemlich flott. Mit dem EQB soll laut Hersteller eine Reichweite bis zu 421 km möglich sein. Diese konnte im Test aber nicht ganz erreicht werden. Aber 380 km ließen sich problemlos erreichen. Dazu tragen u. a. sparsam ausgelegte elektrische Verbraucher und eine Klimatisierung mit Wärmepumpe bei.
Mit Schaltpaddeln links und rechts am Lenkrad kann der Fahrer verschiedene Rekuperationsstufen einstellen: Vom One-Pedal-Feeling bis zum Cruise-Segel-Modus ist alles möglich. Die automatisch erfolgende Rekuperationsleistung funktioniert dabei ebenso zuverlässig. So bremst der EQB ganz von allein, wenn er sich dem Vorausfahrzeug nähert.
Der Eco Assistent bezieht Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Fahrzeugsensorik wie den Abstandsradar mit ein. Die daraus resultierende vorausschauende Fahrweise spart Energie und führt zu einer verbesserten Reichweite.
Die Ladestopps auf längeren Strecken plant der EQB verlässlich, indem er bei der Reichweitenberechnung sogar die Topographie der Landschaft sowie die herrschenden Außentemperaturen miteinbezieht. Auch die konstant hohe Ladeleistung von durchschnittlich fast 100 kW an der Schnellladesäule gehört zu den Stärken des Wagens.
Es gibt keine Anhängerkupplung, obwohl das Auto einen Allradantrieb besitzt. Eine Fahrradmitnahme ist somit leider nicht möglich. Es gibt auch keine Smartphone-Ladeschale oder eine kabellose iPhone-Anbindung per CarPlay. Da sollte Mercedes unbedingt nachbessern. Noch etwas zum Preis: Der Testwagen hatte einen Grundpreis von 59.137 Euro.

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