Mit dem Opel Mokka GSE kommt erstmals ein rein elektrisch angetriebenes Modell aus der sportlichen GSE-Reihe. Doch ist der Mokka auch alltagstauglich?
Mit dem Mokka GSE erweitert Opel seine sportlich positionierte GSE-Familie um das erste reine Batterieauto. Nach mehreren Plug-in-Hybriden übernimmt nun der kompakte Crossover die Rolle des elektrischen Aushängeschilds der Submarke. Das Konzept orientiert sich an den sportlichen GS/E-Modellen vergangener Jahrzehnte, überträgt deren Anspruch jedoch in die Elektromobilität.
Das historische Kürzel GS/E stand bei Opel bereits in den 1970er-Jahren für leistungsstärkere Varianten von Serienmodellen. Die Fahrzeuge unterschieden sich durch zusätzliche Leistung, sportlichere Fahrwerke und optische Akzente von den jeweiligen Basismodellen. Mit dem Mokka GSE greift Opel diese Tradition wieder auf.
Optisch bleibt das Modell dabei vergleichsweise zurückhaltend. Das tiefergelegte Sportfahrwerk, 20-Zoll-Räder, gelb lackierte Bremssättel und dezente GSE-Elemente sorgen zwar für einen eigenständigen Auftritt, ohne jedoch übertrieben sportlich zu wirken.
Im Innenraum fällt die Abgrenzung zum Standardmodell dagegen deutlich geringer aus. Abgesehen von den Sportsitzen gibt es nur wenige Hinweise auf die Spitzenposition innerhalb der Baureihe. Auch ein spezieller künstlicher Fahrsound fehlt, obwohl ein technisch verwandter Mokka GSE Rally bereits existiert.




Angetrieben wird der Mokka GSE von einem Elektromotor an der Vorderachse, der 207 kW beziehungsweise 281 PS leistet. Hinzu kommen 345 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraftentfaltung erfolgt elektrobautypisch unmittelbar und sorgt für zügige Beschleunigung. Nach knapp sechs Sekunden erreicht das Fahrzeug Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.
Einen wesentlichen Beitrag zur Fahrdynamik leistet das mechanische Sperrdifferenzial an der Vorderachse. Es verteilt die Antriebskraft zwischen den Rädern und verbessert die Traktion insbesondere in Kurven. Zusammen mit der direkter ausgelegten Lenkung ergibt sich laut Fahrbericht ein agiles Fahrverhalten. Der Mokka folgt präzise der gewünschten Linie und beschleunigt früh wieder aus Kurven heraus.
Positiv fällt auch das Fahrwerk auf. Trotz der sportlichen Abstimmung und des abgesenkten Schwerpunkts bleibt ein gewisser Restkomfort erhalten. Selbst auf schlechteren Straßen wirkt der sportliche Opel nicht übermäßig hart. Angesichts des kurzen Radstands ist dies bemerkenswert.


Seine sportlichen Qualitäten kann der Mokka GSE insbesondere im Sportmodus ausspielen. In dieser Einstellung reagiert der Antrieb direkter auf Gaspedalbefehle. Gleichzeitig verzichtet das Fahrzeug auf die Rekuperation, die im Normalmodus durch den Übergang zwischen elektrischer Verzögerung und mechanischer Bremse das Pedalgefühl beeinträchtigen kann.
Der Nachteil der sportlicheren Abstimmung zeigt sich beim Energieverbrauch. Dieser kann über 20 kWh pro 100 Kilometer steigen. Bei zurückhaltender Fahrweise seien Werte um 17 kWh pro 100 Kilometer möglich.
Die Reichweite bleibt jedoch unabhängig vom Fahrstil ein Schwachpunkt. Selbst bei moderaten Temperaturen endet die Fahrt nach etwas mehr als 300 Kilometern. Für längere Strecken bedeutet dies häufigere Ladestopps. Hinzu kommt eine maximale Schnellladeleistung von 100 kW, wodurch sich Ladepausen entsprechend verlängern können.
Auch beim Platzangebot gehört der Mokka nicht zu den großzügigsten Vertretern seines Segments. Der Fond bietet vergleichsweise wenig Raum, der Kofferraum fällt klein aus. Damit bleibt die Alltagstauglichkeit eingeschränkt.
Der Einstiegspreis von 47.300 Euro unterstreicht die Positionierung als Nischenmodell. Gegenüber dem elektrischen Standard-Mokka mit 115 kW beziehungsweise 156 PS beträgt der Aufpreis mehr als 10.000 Euro. Wer sich dennoch für den Mokka GSE entscheidet, erhält jedoch ein Elektroauto, das insbesondere mit Fahrspaß und präziser Fahrdynamik punktet.

Alle News zu Dienstwagen, Kosten und neuen Mobilitätslösungen kompakt in Ihrem Postfach.