Die Škoda-Garnituren des München-Nürnberg-Express (MNE) bereitete seit ihrer Inbetriebnahme technische Probleme. Jetzt zog die Bahn die Reißleine.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 verkehrten die Züge als RE 1. 2022 haben die Probleme zu temporären Ausfällen der gesamten MNE-Flotte geführt. Das Zugangebot des MNE wurde seither nur noch im reduzierten Umfang und zum Teil mit ergänzenden Ersatzkonzepten aufrechterhalten. DB Regio Bayern hat nun Konsequenzen gezogen.
Die Škoda-MNE sind zwar viel moderner als die vorher eingesetzten MNE mit einstöckigen ehemaligen IC-Waggons und bieten auch viel mehr Platz und Annehmlichkeiten, aber sie sind technisch unzuverlässig.
Seit Mitte 2024 werden, zunächst befristet auf vier Jahre, wieder IC-Lokomotiven der Baureihe 101 mit einstöckigen Wagenparks aus ehemaligen IC-Wagen den MNE-Verkehr bestreiten. Für die Fahrgäste bedeutet dies einen Rückschritt beim Komfort. Mitte Oktober 2023 wurden hierzu bereits neue Wagen dem DB-Regio-Werk Nürnberg zugeführt.
Die Deutsche Bahn hatte für die Verkehre über die Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt im August 2013 insgesamt 36 Doppelstockwagen (Wendezug-Garnituren) und sechs Lokomotiven der DB Baureihe 102 beim tschechischen Hersteller Škoda für 110 Mio. Euro bestellt. Die 190 km/h schnellen Wendezüge bestehen aus einer Lokomotive sowie fünf Mittelwagen und einem Steuerwagen. Des Weiteren verfügten die Züge über folgende Ausstattung:
Ab Dezember 2016 sollten Wendezug-Garnituren zum Einsatz kommen, jedoch verzögerte sich die Inbetriebnahme bis Dezember 2020 aufgrund fehlender Zulassungen. Seit Mai 2021 waren dann ausschließlich Garnituren dieses Typs auf der 300 km/h-Rennstrecke unterwegs.
Das Merkwürdige: In Tschechien sind technisch baugleiche hochmoderne Züge ebenfalls unterwegs. Und dies weitgehend störungsfrei.
Wie das Bayerische Verkehrsministerium in einer Mitteilung erklärte, sind für den Einsatz der Linie RE1 neue Zuggarnituren des Herstellers Siemens eingeplant. Ab Ende 2028 sollen demnach Doppelstocktriebzüge vom Typ Desiro HC auf der Rennstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt unterwegs sein.
Die sieben Siemens-Zuggarnituren sollen in einer druckdichten Hochgeschwindigkeitsvariante ausgeliefert werden. Dies ist notwendig, um die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h erreichen zu können. Doch auch der hohe Druck, der beispielsweise bei der Begegnung mit einem schnell fahrenden ICE in einem Tunnel entsteht, macht diese Maßnahme laut Ministerium erforderlich.
Zusätzlich ist ab Ende 2028 geplant, die Züge auf der Strecke München-Ingolstadt-Nürnberg als Direktverbindung im Stundentakt einzusetzen. Damit soll der hohen Nachfrage seit Einführung des Deutschlandtickets begegnet werden. (jf)
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