Änderungen während laufender Geschäftsreisen können schnell zusätzliche Kosten verursachen. Daten von Tumodo zeigen, dass Flugumbuchungen nach Reisebeginn deutlich häufiger gebührenpflichtig sind als vor dem Abflug.
Für viele Unternehmen laufen derzeit die Budgetplanungen für 2027. Neben Flug- und Hotelpreisen spielen dabei auch Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen eine Rolle. Daten der Geschäftsreiseplattform Tumodo zeigen, dass der Zeitpunkt einer Änderung erheblichen Einfluss auf die Höhe möglicher Zusatzkosten haben kann. Nach Angaben von Tumodo fallen Gebühren insbesondere dann deutlich häufiger an, wenn Reisen erst nach dem ursprünglichen Abflugdatum geändert werden.
Nach Angaben von Tumodo waren gebührenpflichtige Änderungen bei Flugreisen im Jahr 2026 insgesamt selten. Demnach fiel bislang nur bei rund 0,56 Prozent aller Flugreisen nach der ursprünglichen Buchung überhaupt eine Gebühr an.
Kam es jedoch zu einer Umbuchung, spielte der Zeitpunkt der Änderung eine wichtige Rolle. Laut den ausgewerteten Daten wurde bei 29,3 Prozent der Umbuchungen nach Reisebeginn eine Gebühr erhoben. Erfolgte die Änderung hingegen vor dem Abflug, lag dieser Anteil bei 3,1 Prozent.
Laut Tumodo werden Flugumbuchungen nach Reisebeginn nicht nur häufiger kostenpflichtig, sondern verursachen auch höhere Gebühren. In den Fällen, in denen eine Gebühr anfiel, wurden durchschnittlich 125,15 Euro berechnet. Vor dem Abflug lagen die Kosten bei 80,31 Euro.
Über alle erfassten Umbuchungen hinweg, also einschließlich der gebührenfreien Änderungen, beliefen sich die durchschnittlichen Gebühren nach Reisebeginn auf 36,72 Euro. Vor dem Abflug lag dieser Wert bei 2,47 Euro.
Preisunterschiede zwischen dem ursprünglichen Ticket und einer Neubuchung wurden laut Tumodo dabei nicht berücksichtigt.
Auch bei Hotelbuchungen spielen die Konditionen eine wichtige Rolle. Laut den ausgewerteten Tumodo-Daten lag die durchschnittliche Gebühr in den Fällen, in denen eine Hotelstornierung tatsächlich kostenpflichtig war, bei 308,70 Euro.
Die Höhe der Kosten hängt den Angaben zufolge insbesondere von den gebuchten Raten sowie vom Zeitpunkt der Stornierung ab. Unternehmen sollten entsprechende Bedingungen deshalb bereits bei der Buchung berücksichtigen.
Die Bedeutung eines strukturierten Reisemanagements zeigt sich auch mit Blick auf die Größe des Marktes. Laut der VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026 unternahmen Beschäftigte von Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 116,1 Millionen Geschäftsreisen. Das entspricht einem Anstieg von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Marktvolumen lag bei 48,6 Milliarden Euro.
Nach Angaben des VDR erzielen 59 Prozent der Unternehmen durch strukturiertes Reisemanagement Einsparungen von sechs bis zehn Prozent. Weitere 11 Prozent erreichen demnach zweistellige Einsparungen.
Aus Sicht von Tumodo spielen dabei nicht nur Reisepreise eine Rolle. Ebenso relevant sind Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen, klare Zuständigkeiten sowie ein Überblick über Fristen und betroffene Buchungen.
Robert Löschke, Managing Director Germany bei Tumodo, verweist darauf, dass Unternehmen häufig zunächst auf günstige Preise achten. Entscheidend seien jedoch auch die Rahmenbedingungen für kurzfristige Änderungen.
„Unternehmen achten bei Geschäftsreisen in der Regel besonders auf günstige Flugtickets und Hotelpreise. Eine gute Reiserichtlinie zeigt sich jedoch nicht daran, dass sie jede Abweichung verhindert. Sie gibt Unternehmen einen verlässlichen Rahmen, lässt aber genug Spielraum, wenn sich die geschäftliche Situation ändert. Diese Balance ist entscheidend für verantwortungsvolles Reisemanagement“, sagt Löschke.
Später ergänzt er: „Der niedrigste Preis bei der Buchung sagt noch nicht, was eine Reise am Ende kostet. Unternehmen müssen verstehen, wie Buchungsbedingungen, Reiseverlauf und interne Abläufe zusammenwirken. Erst diese Gesamtsicht zeigt, wo sich Kosten tatsächlich beeinflussen lassen.“ (ds)