Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen Booking.com eingeleitet. Im Fokus stehen gefälschte Hotelanzeigen, Phishing-Risiken und der Schutz von Kundendaten auf der Buchungsplattform.
Die EU-Kommission untersucht, ob Booking.com ausreichend gegen Betrüger auf seiner Plattform vorgeht und die Daten von Reisenden angemessen schützt. Wie die Tagesschau berichtet, stehen dabei sowohl gefälschte Hotelangebote als auch mögliche Phishing-Angriffe im Fokus der Ermittlungen.
Laut Tagesschau wirft die EU-Kommission der Buchungsplattform vor, möglicherweise nicht genug gegen illegale Angebote auf ihrer Website zu unternehmen. In den kommenden Monaten soll geprüft werden, ob Booking.com ausreichend Maßnahmen ergreift, um betrügerische Inserate zu erkennen und zu entfernen.
Sollten die Ermittler Mängel feststellen, drohen dem Unternehmen Bußgelder. Booking.com erklärte, uneingeschränkt mit der Europäischen Kommission zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen setze sich nach eigenen Angaben dafür ein, Online-Betrug zu bekämpfen und Reisende sowie Partner zu schützen.
Die Ermittlungen erfolgen vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs gemeldeter Betrugsfälle im Online-Reiseumfeld. Nach Angaben der EU-Kommission wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 insgesamt 1.072 entsprechende Vorfälle registriert. Der dabei entstandene Schaden belief sich demnach auf 82.000 Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einer Verzehnfachung der Meldungen.
Für Geschäftsreisende und Unternehmen, die regelmäßig Hotels über Online-Portale buchen, gewinnt damit die Frage nach der Sicherheit von Buchungs- und Kundendaten zusätzlich an Bedeutung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungen betrifft mögliche Phishing-Versuche auf der Plattform. Dabei versuchen Kriminelle mithilfe gefälschter Nachrichten an sensible Informationen wie Passwörter oder Bankdaten zu gelangen.
Laut Tagesschau untersucht die EU-Kommission unter anderem, wie Reservierungs- und Gästedaten an Unterkunftsbetreiber weitergegeben werden und welche Sicherheitsvorkehrungen Booking.com zum Schutz seiner Nutzer getroffen hat. Geprüft werden soll, ob Missbrauchsmöglichkeiten ausreichend begrenzt werden.
Die Eröffnung des Verfahrens bedeute jedoch noch nicht, dass Booking.com tatsächlich gegen EU-Vorgaben verstoßen habe. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen erklärte, Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrug haben zu müssen.
Neben den Betrugs- und Sicherheitsaspekten will die EU-Kommission auch die Darstellung bezahlter Angebote auf der Plattform unter die Lupe nehmen. Dabei geht es um die Frage, ob Unterkünfte, die gegen Aufpreis in den Suchergebnissen besser platziert werden, für Nutzer klar als Werbung erkennbar sind.
Nach Ansicht der Brüsseler Behörde sollten Reisende nachvollziehen können, welche Angebote aufgrund von Werbezahlungen besonders hervorgehoben werden.