Nach Übergriffen auf Beschäftigte erweitert die Deutsche Bahn den Einsatz von Bodycams auf Bahnhöfe und startet ein Pilotprojekt zur Tonaufzeichnung.
Die Zahl der Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn bleibt hoch. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte DB Regio 989 Übergriffe auf Mitarbeitende in Regionalzügen. Gleichzeitig meldete die Bahn 50 Übergriffe auf Servicekräfte an Bahnhöfen sowie rund 300 Angriffe auf Sicherheitskräfte in Zügen und an Bahnhöfen. Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen will das Unternehmen Beschäftigte künftig besser schützen.
Ab sofort stattet die Deutsche Bahn schrittweise auch Mitarbeitende im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung mit Bodycams aus. Insgesamt erhalten 2.700 Beschäftigte die Möglichkeit, die Geräte zu tragen. Die ersten Bodycams kommen unter anderem an den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld zum Einsatz. Die Nutzung bleibt freiwillig.
Vor dem Einsatz absolvieren die Mitarbeitenden Schulungen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, den Einsatzregeln sowie zur praktischen Bedienung der Technik. Die Bahn verweist darauf, dass Bodycams konfliktreiche Situationen entschärfen und Gewalttaten verhindern können. Sicherheitskräfte der DB nutzen die Technik an Bahnhöfen bereits seit mehreren Jahren.
“Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein. Nach dem Alkoholkonsumverbot ergänzen wir damit einen weiteren Baustein im Sicherheitskonzept der Bahnhöfe.”
Besonders betroffen bleibt das Personal im Regionalverkehr. Im ersten Halbjahr 2026 zählte DB Regio 989 Übergriffe auf Mitarbeitende. Darunter waren 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen oder Bespucken sowie 185 versuchte Körperverletzungen. In 22 Fällen erlitten Beschäftigte schwere Körperverletzungen. Anfang des Jahres kam zudem der DB-Mitarbeiter Serkan Çalar ums Leben.
Neben der Ausweitung der Bodycams plant die Bahn weitere technische Unterstützung. Spätestens ab dem 1. Oktober 2026 testet DB Regio in der Region Rhein-Neckar-Pfalz für zunächst zwei Monate die Tonaufzeichnung bei aktivierten Bodycams. Anschließend soll die Technik schrittweise bundesweit eingeführt werden.
“Die Tonaufzeichnung der Bodycams ist ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Sicherheit. Sie unterstützt die Deeskalation, hilft aber auch enorm bei der Verfolgbarkeit von Straftaten.”
Neben den Bodycams setzt die Deutsche Bahn auf weitere Schutzmaßnahmen. Diese sind Teil des „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“, den die Deutsche Bahn gemeinsam mit Bund, Ländern, Gewerkschaften und Verkehrsbranche beschlossen hat.

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