Nach der Insolvenz der Revo-Gruppe wechseln viele Hotelstandorte in Deutschland den Betreiber. Internationale Ketten bauen ihre Präsenz deutlich aus.
Im Zuge der Insolvenz der Revo Hospitality Group sind umfangreiche Verkäufe von Hotelimmobilien angelaufen. Bis Anfang Juni wurden nach Angaben der Insolvenzverwalter bereits 45 Standorte veräußert. Insgesamt umfasst das Portfolio rund 175 Hotels in Deutschland und weiteren europäischen Ländern, für die nun neue Betreiber gesucht oder bereits gefunden wurden.
Besonders aktiv zeigt sich die indische Prism-Gruppe. Sie will zwischen 20 und 30 Hotels übernehmen, die künftig unter den Marken „Sunday“ und „Belvilla“ geführt werden sollen. Die genaue Zahl sei abhängig vom Verlauf laufender Verhandlungen. Prism verwaltet nach eigenen Angaben weltweit rund 22.000 Hotels und war bislang in Deutschland vor allem im Ferienwohnungsmarkt tätig. Mit den Übernahmen erschließt das Unternehmen nun zusätzlich den klassischen Hotelbetrieb.
Auch weitere internationale Anbieter nutzen die Situation für den Einstieg oder Ausbau ihrer Aktivitäten. Die israelische Hotelkette Leonardo sichert sich laut Insolvenzverwaltung ebenfalls 20 bis 30 Standorte, entsprechende Verträge seien weitgehend abgeschlossen. Israel Canada Hotels plant die Übernahme von fünf bis sechs größeren Häusern und tritt damit erstmals in den deutschen Markt ein.
Neben neuen Investoren bauen auch bereits etablierte Betreiber ihre Marktposition aus. Die französische Kette B&B steht kurz vor dem Abschluss für eine hohe einstellige Zahl an Standorten. Motel One, bereits im deutschen Markt vertreten, erweitert sein Portfolio ebenfalls.
Schon im April hatte der dänische Betreiber Proark die Übernahme von vier Hotels angekündigt, darunter das „Baltic Stralsund“ und die „Sonne Rostock“. Parallel dazu befinden sich weitere Objekte noch in Verhandlungen. Dazu zählt etwa das „Intercity Hotel Schwerin“ mit 180 Zimmern und sieben Konferenzräumen, für das bislang keine Entscheidung bekannt ist.
Die Insolvenz der Revo-Gruppe, die zu Jahresbeginn angemeldet wurde, gilt als Einschnitt für den europäischen Hotelmarkt. Das Unternehmen im Besitz von Ruslan Husry betrieb zahlreiche Häuser unterschiedlicher Marken. Von rund 5500 Beschäftigten könne der Großteil übernommen werden, während etwa 450 Arbeitsplätze in der Berliner Zentrale wegfallen. (lb)

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