Am Flughafen München kam es binnen weniger Tage zu zwei Zwischenfällen auf derselben Start- und Landebahn. Die Ursachen werden untersucht.
Gleich zwei Flugvorfälle innerhalb weniger Tage auf derselben Start- und Landebahn des Flughafens München beschäftigen derzeit Ermittler. Während Passagiere und Besatzungen in beiden Fällen unverletzt blieben, verdeutlichen die Ereignisse die Bedeutung eines störungsfreien Flugbetriebs für Reisende, Airlines und Flughäfen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) untersucht sowohl den Vorfall mit einer Boeing 787-9 von Vietnam Airlines als auch die Landung eines Lufthansa-Airbus A380.
Am Montagabend setzte ein Airbus A380 der Lufthansa bei der Landung auf dem Flughafen München zu früh auf. Nach Angaben der Airline berührte die Maschine den Beton vor der mit weißen Blockstreifen markierten Landebahnschwelle. Dabei wurden Lampen der Bahnbefeuerung beschädigt.
Die Maschine mit 351 Passagieren an Bord landete dennoch sicher. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen D-AIML war zuvor aus San Francisco gekommen und rollte nach der Landung regulär zu seiner Position am Terminal. Die Fluggäste konnten das Flugzeug wie geplant verlassen.
Die Ursache des Vorfalls ist bislang ungeklärt. Laut Lufthansa hat die BFU eine Untersuchung eingeleitet. Mitarbeiter der Behörde waren vor Ort und stellten die Flugschreiber des Flugzeugs sicher.
Bereits zwei Tage zuvor war auf derselben Start- und Landebahn eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines beim Start über das Ende der Piste hinausgerollt. Die Maschine konnte erst in letzter Sekunde abheben und kehrte rund zwei Stunden später nach München zurück.
Bei der Landung waren Rauchentwicklungen am Fahrwerk zu sehen, zudem platzten Reifen. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt.
Staatsnahe vietnamesische Medien berichteten unter Berufung auf erste Erkenntnisse der vietnamesischen Luftfahrtbehörde, dass die Geschwindigkeit des Flugzeugs während des Startlaufs zeitweise nicht weiter zugenommen habe. Demnach soll die Maschine etwa auf halber Strecke rund zwei Sekunden lang nicht beschleunigt haben. Anschließend habe sie zunächst wieder Tempo aufgebaut, bevor die Geschwindigkeit erneut abgefallen sei.
Laut den Berichten habe die Besatzung den Start fortgesetzt, weil nicht mehr ausreichend Bahn für einen sicheren Startabbruch zur Verfügung gestanden habe. Der Pilot habe daraufhin die Schubhebel auf maximale Leistung gestellt und die Flugzeugnase angehoben, sodass die Maschine schließlich doch noch abhob.
Vietnam Airlines sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem und verwies auf Warnmeldungen, die nach dem Start eingegangen seien.
Die Ereignisse beschäftigten nicht nur die beteiligten Airlines, sondern auch Flughafenbetreiber und Flugsicherung. Nach dem Start der Vietnam-Airlines-Maschine erhielt die Besatzung laut vietnamesischen Medien Warnmeldungen, die auf eine mögliche Berührung des Hecks mit der Startbahn sowie Probleme beim Reifendruck hindeuteten.
Daraufhin entschied sich die Crew zur Rückkehr nach München. Wie die Deutsche Flugsicherung erläuterte, liegt eine solche Entscheidung grundsätzlich bei der Besatzung. Die Flugsicherung übernimmt anschließend die Koordination des Luftraums und bereitet die Landung vor.
Auch beim Lufthansa-A380 mussten nach dem Vorfall Schäden an der Bahnbefeuerung festgestellt werden. In beiden Fällen wurden Ermittlungen eingeleitet, um die Ursachen zu klären und mögliche technische oder operative Faktoren zu identifizieren.
Für die Untersuchungen beider Ereignisse ist die BFU zuständig. Die Behörde hat sowohl bei der Vietnam-Airlines-Maschine als auch beim Lufthansa-Airbus Flugschreiber sichergestellt.
Mit kurzfristigen Ergebnissen ist nicht zu rechnen. Nach Angaben der BFU dürfte es mehrere Wochen dauern, bis ein erster Zwischenbericht vorliegt. Bis ein Abschlussbericht veröffentlicht werden kann, werden voraussichtlich mehrere Monate vergehen.
Unterdessen hat die vietnamesische Regierung ihre Luftfahrtbehörde und die staatliche Fluggesellschaft angewiesen, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus soll die Aufsicht über Sicherheitsverfahren, Ausbildung, Flugbetrieb und Wartung durch vietnamesische Airlines verstärkt werden.

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