Boeing hat bei der 737 Max einen Softwarefehler entdeckt. Die FAA prüft den Fall, Fluggesellschaften wurden bereits darüber informiert.
Boeing hat bei seinem Flugzeugtyp 737 Max einen neuen Softwarefehler identifiziert. Nach Angaben des Unternehmens kann das Problem dazu führen, dass nach einem abgebrochenen Landeanflug die automatisierte vertikale Navigation bei einem weiteren Anflug zunächst nicht verfügbar ist. An einer dauerhaften Lösung wird gearbeitet.
Nach Angaben von Boeing kann der Fehler bei einigen Flugzeugen des Typs 737 Max auftreten, wenn ein Landeanflug abgebrochen wird und anschließend ein weiterer Anflug erfolgt.
In diesem Fall steht die automatisierte vertikale Navigation zunächst nicht zur Verfügung. Stattdessen können die Flugzeuge lediglich auf eine niedrigere Automatisierungsstufe zugreifen.
Boeing betonte, dass Pilotinnen und Piloten dafür ausgebildet seien, Flugzeuge auch ohne diese Automatisierungsfunktion zu landen. Zudem könne das System durch eine Reihe von Schritten wieder aktiviert werden.
Der Flugzeughersteller arbeitet nach eigenen Angaben an einem Software-Update, das den Fehler dauerhaft beheben soll. Unklar ist bislang, wie viele der mehr als 2.000 ausgelieferten Maschinen betroffen sind.
Die 737 Max ist der Flugzeugtyp, der Boeing in seine schwerste Krise geführt hat. Bei zwei Abstürzen im Oktober 2018 und März 2019 kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben.
Als zentraler Auslöser galt eine Assistenzsoftware, die die Pilotinnen und Piloten unterstützen sollte, unter bestimmten Umständen jedoch zu stark in die Steuerung eingriff.
Mitarbeiter des Unternehmens hatten bei der Zertifizierung der 737 Max durch die US-Behörden spezielle Schulungen für die Software als unnötig eingestuft. In der Folge musste Boeing die Produktion der 737 Max aussetzen. Die Fertigung erfolgt weiterhin in reduziertem Umfang.
Auch nach den Abstürzen geriet die 737 Max wiederholt in die Schlagzeilen. Im Januar 2024 löste ein Zwischenfall neue Diskussionen über das Qualitätsmanagement des Herstellers aus, nachdem bei einer nahezu neuen Maschine während des Steigflugs ein Rumpfteil herausgebrochen war.
Nach Angaben eines Boeing-Sprechers wurden im August alle Fluggesellschaften informiert, die Flugzeuge des Typs 737 Max einsetzen.
Dabei habe Boeing erklärt, dass der Fehler kein Sicherheitsrisiko darstelle, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf ein Unternehmensdokument.
Der Zeitung zufolge wollen die US-Fluggesellschaften Southwest und United keine Flugzeuge übernehmen, die mit dem Softwarefehler ausgestattet sind.
Zudem prüft die US-Luftfahrtaufsicht FAA den Vorfall.
Dem „Wall Street Journal“ zufolge wurde Boeing bereits im November 2024 erstmals von einem Betreiber der 737 Max auf den Fehler hingewiesen.
Zunächst habe es den Angaben zufolge so ausgesehen, als erfülle das Problem nicht die Voraussetzungen für eine sicherheitstechnische Überprüfung. Eine solche Untersuchung sei nun im September eingeleitet worden.
Der Fehler gehe nach Angaben der Zeitung auf ein Software-Update zurück.
Branchenvertreter sähen laut „Wall Street Journal“ ein mögliches Problem darin, dass der zusätzliche Aufwand für die vertikale Navigation die Arbeitsbelastung der Piloten im Landeanflug erhöhen könne.

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