Wegen Rissen an Tragflächen ordnet die EASA Kontrollen bei 16 Airbus A380 an. Mehrere Flugzeuge müssen vorerst überprüft werden, bevor sie wieder starten.
Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA hat nach dem Fund von Rissen an Flügelbauteilen kurzfristige Sicherheitsprüfungen für Airbus‑A380‑Flugzeuge angeordnet.
Bei Inspektionen wurden Risse an sogenannten Mittelspanten der Tragflächen entdeckt. Diese Bauteile sind für die Stabilität der Flügel entscheidend. Laut EASA besteht die Gefahr, dass die „strukturelle Integrität“ der Tragflächen beeinträchtigt sein könnte.
Die Behörde reagierte mit einer Lufttüchtigkeitsanweisung, die zusätzliche Untersuchungen vorschreibt. Airbus unterstütze die Maßnahmen und wolle gemeinsam mit der EASA prüfen, ob Reparaturen erforderlich seien. Betroffen sind Flugzeuge aus einer vergleichbaren Produktionsserie, die bereits im Vorjahr verstärkt überprüft werden sollten.
Insgesamt 16 Flugzeuge müssen überprüft werden, darunter 15 Maschinen der Airline Emirates und ein A380 der australischen Qantas. Fünf Flugzeuge dürfen erst nach einer Kontrolle wieder Passagiere befördern.
Für die übrigen Maschinen gilt eine Frist von 25 Flugzyklen, innerhalb derer die Untersuchung erfolgen muss. Überführungsflüge zu Wartungsstandorten sind weiterhin erlaubt, jedoch ohne Passagiere. Die Anordnung der EASA trat unmittelbar nach Veröffentlichung in Kraft.
Nicht betroffen sind die Flugzeuge der Lufthansa. Die Airline teilte mit, dass bei ihren acht in München stationierten A380 keine entsprechenden Schäden festgestellt worden seien.
Probleme mit den Tragflächen des Airbus A380 sind nicht neu. Bereits 2012 hatte die EASA umfangreiche Inspektionen angeordnet, nachdem Risse an bestimmten Bauteilen festgestellt worden waren. In den Folgejahren kam es erneut zu Schäden, die teils kostspielige Nachrüstungen erforderlich machten.
Der A380 gilt als größtes Passagierflugzeug der Welt mit einer Spannweite von knapp 80 Metern und teilweise mehr als 800 Sitzplätzen. Airbus stellte die Produktion im Jahr 2021 nach insgesamt 251 gebauten Exemplaren ein. Größter Betreiber ist die Airline Emirates mit 123 ausgelieferten Flugzeugen.
Trotz geplanter Ausflottungen – etwa bei der Lufthansa während der Corona‑Krise – bleibt der Flugzeugtyp weiterhin im Einsatz. Gründe sind unter anderem die hohe Nachfrage im Luftverkehr sowie Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge.

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