Alfa Romeo hat den Tonale überarbeitet. Im Test überzeugt vor allem der Plug-in-Hybrid mit Design, Ausstattung und Fahrverhalten.
Der Tonale bleibt sich treu, tritt aber geschärfter auf. Mit neuem Frontdesign, breiterer Spur und zusätzlicher Ausstattung soll das Kompakt-SUV im C-Segment frischer wirken. Im ersten Fahrbericht überzeugt vor allem der Plug-in-Hybrid, der für Fuhrparks die interessanteste Variante sein dürfte. Kleine Schwächen zeigen sich beim Kofferraumvolumen und bei der Lenkung.
Optisch fällt beim überarbeiteten Tonale vor allem die Front auf. Der Kühlergrill wurde schärfer gezeichnet und erinnert laut Alfa Romeo an sportliche Modelle wie Giulia GTA, GTAm und 156 GTA. Das Kennzeichen sitzt nun unterhalb des Kühlergrills. Hinzu kommen kleine senkrechte Öffnungen neben dem Gitter sowie eine kompaktere Schürze.
Die Seitenansicht bleibt weitgehend unverändert. Technisch hat Alfa Romeo die Spur an beiden Achsen um jeweils einen Zentimeter verbreitert. Das soll die Seitenneigung in Kurven reduzieren und das Untersteuern verringern.
Zum Marktstart stehen fünf Versionen zur Wahl: Tonale, Sprint, Ti, Veloce sowie die Sonderedition Sport Speciale. Neu sind außerdem die Metallic-Farben Rosso Brera, Verde Monza und Ocra Amalfi.
Die Spitzenmotorisierung ist der Plug-in-Hybrid mit 199 kW beziehungsweise 270 PS Systemleistung. Der Allradantrieb kombiniert einen 1,3-Liter-Turbobenziner mit 110 kW und eine E-Maschine an der Hinterachse mit 90 kW.
Der Mildhybrid mit Frontantrieb leistet 128 kW beziehungsweise 174 PS und nutzt ein 48-Volt-System. Zusätzlich bleibt ein Diesel mit 96 kW beziehungsweise 130 PS im Angebot. Im Test stand der Plug-in-Hybrid, der aus Fuhrparksicht die interessanteste Variante sein dürfte.



Der Innenraum wirkt wertig und aufgeräumt. Der Testwagen war mit komfortablen Ledersitzen ausgestattet, die auch auf längeren Strecken guten Halt bieten. Alternativ gibt es neue Alcantara-Leder-Sitze und weitere Individualisierungsmöglichkeiten.
Bereits die Basisversion bietet unter anderem Voll-LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Assistenzsysteme, Parksensoren vorne und hinten sowie eine Rückfahrkamera. Höhere Ausstattungsstufen bringen zusätzliche Komfortfunktionen, feinere Materialien und bis zu 20-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Bekannt ist das 12,3 Zoll große digitale Kombiinstrument. Neu ist die 360-Grad-Kamera, die auch halbautomatische Parkmanöver unterstützt. Das Infotainmentsystem Alfa Connect wird über einen 10,25-Zoll-Touchscreen gesteuert und bindet Smartphones kabellos per Apple CarPlay oder Android Auto ein. Positiv fällt auf, dass Alfa Romeo weiterhin viele physische Tasten und Drehregler nutzt. Das erleichtert die Bedienung während der Fahrt.
Beim Raumangebot zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den Antriebsvarianten. Der Plug-in-Hybrid bietet ein Kofferraumvolumen von 385 bis 1.430 Litern. Mildhybrid und Diesel kommen auf 500 bis 1.550 Liter. Für den Alltag reicht das meist aus, im Fuhrparkeinsatz kann der kleinere Laderaum des PHEV aber ein Nachteil sein.
Der Tonale Plug-in-Hybrid beschleunigt in 6,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Über die Fahrdynamikregelung DNA lassen sich unterschiedliche Fahrmodi anwählen. Je nach Einstellung fährt der Tonale effizienter, komfortbetonter oder sportlicher.
Im Test überzeugte vor allem das Fahrwerk. Unebenheiten werden sauber abgefedert, zugleich bleibt das SUV in Kurven stabil. Das elektronisch gesteuerte Fahrwerk Alfa Active Suspension des Testwagens verbindet Komfort mit agilem Fahrverhalten. Die verbreiterte Spur unterstützt den sicheren Eindruck. Weniger überzeugend ist die Lenkung, die etwas mehr Rückmeldung geben könnte.
Auch teilautonomes Fahren auf Level 2 ist möglich. Die Gänge des Automatikgetriebes werden über einen Drehschalter gewählt.
Der Mildhybrid startet in der Version Sprint bei 43.000 Euro brutto. Die Ausstattung Veloce kostet 6.000 Euro mehr. Der Plug-in-Hybrid kostet als Sprint 52.300 Euro brutto, als Veloce 58.300 Euro brutto.
Damit bleibt der Tonale Plug-in-Hybrid kein günstiges Modell, bietet aber eine gute Kombination aus Design, Ausstattung, Fahrkomfort und elektrifiziertem Antrieb. Für Fuhrparks kann er vor allem dann interessant sein, wenn regelmäßig geladen wird und das kleinere Kofferraumvolumen keine größere Rolle spielt.

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