Waymo plant einen Robotaxi-Dienst in München, Moia testet bereits in Hamburg. Gleichzeitig rückt die Sicherheit autonomer Fahrdienste stärker in den Fokus.
Autonome Fahrdienste rücken in Deutschland näher an den Alltag. Während Moia seit Mitte Juli in Hamburg autonome Fahrten mit Fahrgästen testet, bereitet Waymo seinen Einstieg in München vor. Mit Blick auf diese Entwicklung sieht Bitkom großes Potenzial für Deutschland. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mahnt zugleich, dass sich der Sicherheitsgewinn autonomer Systeme erst im realen Betrieb beweisen müsse.
In München sollen zunächst Fahrzeuge das Straßennetz kartieren, anschließend sind Testfahrten mit geschultem Personal vorgesehen. Der kommerzielle öffentliche Fahrdienst soll nach der derzeitigen Planung erst gegen Ende 2027 beginnen.
Weiter ist die Entwicklung bereits in Hamburg: Dort testet Moia seit Mitte Juli autonome Fahrdienste mit Fahrgästen. Bitkom sieht in beiden Entwicklungen ein Signal für den Mobilitäts- und Technologiestandort Deutschland. Nach einer Umfrage des Digitalverbands aus dem vergangenen Jahr würden 56 Prozent der Deutschen ein autonomes Taxi nutzen.
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder erklärt: „Endlich kommt das autonome Fahren auch nach Deutschland. München wird neben Hamburg zu einem europäischen Vorreiter für kommerzielle autonome Fahrdienste.“
Der DVR sieht im autonomen Fahren großes Potenzial für mehr Verkehrssicherheit. Entscheidend sei jedoch, dass fahrerlose Fahrzeuge im realen Verkehr dauerhaft sicherer unterwegs sind als konventionelle Fahrzeuge – und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. „Fahrerlose Systeme können Unfallrisiken deutlich verringern und damit einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Vision Zero leisten – einem Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch.
Vor Aufnahme des Regelbetriebs fordert der DVR deshalb einen grundlegenden Sicherheitsnachweis für das jeweilige Fahrzeug unter Realbedingungen. Dieser müsse sich auch auf den vorgesehenen Betriebsbereich beziehen. „Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technik“, so Wirsch. Betriebs- und Ereignisdaten müssten fortlaufend ausgewertet und die Systeme stetig verbessert werden, um schwere und tödliche Unfälle weiter zu reduzieren.
Für den Betrieb autonomer Fahrzeuge stellt der DVR auch klare Anforderungen an Daten und technische Abläufe. So soll nachvollziehbar sein, ob bei Unfällen oder kritischen Situationen die autonome Fahrfunktion aktiv war. Dazu zählen etwa das Überfahren roter Ampeln, Unterbrechungen des autonomen Fahrens oder manuelle Eingriffe durch die Leitstelle. Die entsprechenden Informationen sollen gespeichert und für die Unfallforschung nutzbar gemacht werden. Auch sicherheitsrelevante Softwareupdates müssten nachvollziehbar dokumentiert und für die zuständigen Behörden überprüfbar sein.
Darüber hinaus nennt der DVR Datenschutz, Cybersicherheit, regelmäßige Wartung und unabhängige technische Prüfungen als zentrale Voraussetzungen über die gesamte übliche Lebensdauer des Fahrzeugs. Für Gefahrensituationen sollen zudem klare und praxiserprobte Abläufe festgelegt sein. Dazu gehören eine verlässliche Kommunikation zwischen Fahrgast und Leitstelle sowie eine eingespielte Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. (iz)

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