Ryanair streicht im Winterflugplan 2026 rund 700.000 Sitzplätze in Deutschland. Berlin und Hamburg sind betroffen, Bremen verliert die Airline ab April 2027.
Ryanair will im Winterflugplan 2026 rund 700.000 Sitzplätze weniger anbieten als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent. Nach Angaben der Fluggesellschaft sollen die frei werdenden Kapazitäten verstärkt an Flughäfen in anderen europäischen Ländern eingesetzt werden.
Am 24. Oktober 2026 will Ryanair ihre Basis am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) mit sieben stationierten Flugzeugen schließen. Im Winterflugplan soll das Sitzplatzangebot in der Hauptstadt dadurch um rund 50 Prozent sinken. Nach Unternehmensangaben werden zwölf Strecken ab Berlin eingestellt. Betroffen sind unter anderem Verbindungen nach Gran Canaria, Palermo und Thessaloniki. Auf weiteren Strecken soll das Angebot reduziert werden.
Auch Hamburg muss Einschnitte hinnehmen. Dort plant die Airline eine Verringerung der Kapazität um fünf Prozent. Gleichzeitig sollen die Angebote an anderen deutschen Standorten wachsen. Für Memmingen und Köln sind Kapazitätssteigerungen vorgesehen. Neu im Winterflugplan sind Verbindungen ab Saarbrücken und Friedrichshafen.
Als Ursache für die Kürzungen nennt Ryanair die deutsche Luftverkehrsteuer sowie hohe Flughafen-, Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren. Nach Auffassung des Unternehmens seien die Kosten im internationalen Vergleich zu hoch.
Über die Einschnitte im Winterflugplan hinaus kündigte Ryanair an, ab April 2027 sämtliche Flüge von und nach Bremen einzustellen. Nach Angaben der Fluggesellschaft entspricht dies einem jährlichen Wegfall von rund 500.000 Sitzplätzen. Die frei werdenden Kapazitäten sollen auf kostengünstigere Standorte in Europa verlagert werden. Ryanair verbindet die Entscheidung mit der Forderung nach niedrigeren Luftverkehrssteuern und geringeren Standortkosten.
Ryanair-Chef Eddie Wilson erklärte, die Passagiere müssten infolge der Kürzungen mit weniger Auswahl und höheren Flugpreisen rechnen. Nach Darstellung des Unternehmens könnte Ryanair bei sinkenden Zugangskosten zusätzliche Flugzeuge stationieren, neue Basen eröffnen und das Passagieraufkommen ausweiten. Ohne entsprechende Änderungen werde die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten stärker auf andere europäische Märkte konzentrieren. (lb)

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