Der TCO gibt die Gesamtkosten eines Fahrzeugs im Fuhrpark an. Er bildet die Entscheidungsgrundlage für die Beschaffung sowie die Optimierung der Kosten.
Der Anschaffungspreis eines Fahrzeugs ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Kennzahlen im Fuhrparkmanagement geht. Noch aussagekräftiger ist jedoch der Total Cost of Ownership (TCO). Diese Kennzahl berücksichtigt neben der Anschaffung auch die Kosten für Nutzung, Wartung und Reparaturen sowie den Restwert beziehungsweise Verkaufserlös, je nachdem, ob das Fahrzeug gekauft oder geleast wird.
Verschiedene Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsarten oder Ausstattungen lassen sich dadurch vergleichen. Fuhrparkmanager erhalten eine belastbare Grundlage für Beschaffungsentscheidungen. Nicht nur für Pkw, sondern auch für Lkw und Nutzfahrzeuge kann diese Kennzahl berechnet werden.
Je nach Fahrzeugklasse, Laufleistung, Nutzung und Finanzierungsmodell fällt der TCO unterschiedlich aus. Zu den zu berücksichtigenden Kosten gehören:
Auch der Wertverlust fließt in die Berechnung ein. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufserlös. Für Elektrofahrzeuge geht die Betrachtung darüber hinaus. Die Installation und der Betrieb von Ladepunkten sowie die Kosten für öffentliches Laden, können ebenfalls berücksichtigt werden. Im Gegenzug können steuerliche Vorteile oder Förderprogramme in die Kalkulation einbezogen werden.
Wichtig: Wenn verschiedene Fahrzeugarten miteinander verglichen werden sollen, sind einheitliche Kriterien wichtig.
Nicht alle künftigen Kosten eines Fahrzeugs lassen sich präzise benennen. Zukünftige Benzin- und Strompreise lassen sich nur schätzen und auch die Kosten für eine Reparatur können beim gleichen Fahrzeugmodell unterschiedlich sein. Dennoch ist eine TCO-Berechnung wirtschaftlich wichtig, insbesondere wenn es um die Beschaffung neuer Fahrzeuge geht.
Für die Berechnung des TCO ist im ersten Schritt die geplante Nutzung relevant. Dafür sollten die geplante Nutzungsdauer des Fahrzeugs sowie die Kilometeranzahl pro Jahr kalkuliert werden. Insbesondere für das Kilometerleasing von Fahrzeugen ist die Laufleistung wichtig, da diese Kennziffer mit über die Höhe der Leasingrate entscheidet. Doch auch um die Gesamtkosten für Kraftstoff und Strom zu berechnen, sind Nutzungsdauer und Laufleistung entscheidend.
Anschließend werden für alle bekannten Posten wie Versicherung, Wartung, Kraftstoff und Steuern die Kosten kalkuliert. Das geschieht zum Teil auf Basis bekannter Werte sowie auf Basis von Schätzungen. Schließlich lässt sich nur schwer vorhersagen, welche Reparaturen in welcher Höhe für ein Fahrzeug fällig werden. Hier sollten Fuhrparkmanager mit Erfahrungswerten arbeiten.
Für die Berechnung des TCO werden sämtliche Kosten zusammengeführt und anschließend auf einen monatlichen oder jährlichen Wert umgelegt. Vereinfacht dargestellt ergibt sich der TCO aus: Anschaffungs- oder Leasingkosten und Finanzierungskosten + Betriebskosten + Wartungs- und Reparaturkosten + sonstige Kosten – Verkaufserlös
Der TCO ist keine statische Kennzahl, sondern verändert sich mit den jeweiligen Rahmenbedingungen. Für eine umfassende Planung bietet es sich an, verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen zu kalkulieren, beispielsweise zu abweichenden Energiepreisen oder Haltedauern.
Bei der Berechnung der TCO für Lkw gibt es einige Unterschiede im Vergleich zu Pkw. Dazu gehören verschiedene Posten, die zusätzlich zu Laufleistung, Nutzungsdauer, Versicherung, Steuer und Wartung berücksichtigt werden können, wie beispielsweise Mautgebühren. Je nachdem, wie weit gefasst die TCO-Betrachtung ist, können auch die Fahrergehälter berücksichtigt werden.
Auch bei der Kfz-Steuer unterscheiden sich Pkw und Nutzfahrzeuge darin, wie sie berechnet wird. Zudem sind Lkw häufig auf hohe Laufleistungen ausgelegt, was die Gewichtung von Wartungsverträgen und Restwert verändert. Der Anschaffungspreis allein ist bei Lkw weniger aussagekräftig. Bei Nutzfahrzeugen müssen auch die Kosten berücksichtigt werden, die entstehen können, wenn es aufgrund von Ausfallzeiten des Fahrzeugs zu Lieferproblemen oder der Unterbrechung von Logistikketten kommt.
Vom Grundprinzip her erfolgt auch bei Lkw die Berechnung des TCO auf Basis von Anschaffungs- und Finanzierungskosten, laufenden Kosten sowie sonstigen Kosten wie Mautgebühren. Bei einem gekauften Fahrzeug muss dann beim Verkauf der Erlös gegengerechnet werden.
Durch die Berechnung des TCO wird es möglich, verschiedene Fahrzeuge auf Basis einheitlicher Kriterien miteinander zu vergleichen. Ein in der Anschaffung günstigeres Auto kann dadurch teurer sein als ein höherpreisiges Fahrzeug, wenn höhere Kosten während der Nutzungsdauer anfallen. In Fuhrparks ist damit nicht entscheidend, welches Fahrzeug in der Anschaffung am günstigsten ist, sondern welches über die geplante Nutzungsdauer die niedrigsten Gesamtkosten verursacht.
Insbesondere wenn Verbrenner und elektrische Fahrzeuge miteinander verglichen werden, ist das relevant. Die Anschaffungspreise können sich deutlich unterscheiden, während die laufenden Kosten das wirtschaftliche Gesamtbild maßgeblich beeinflussen.
Fuhrparkmanager erhalten durch die Betrachtung der TCO eine Entscheidungsgrundlage, wenn es um die wirtschaftliche Optimierung des Fuhrparks geht. Wichtig ist aber auch, dass sie wissen, welche Art der Einsparung sie in welchem Zeitraum genau erzielen wollen.
Es gibt verschiedene Aspekte, die bei der Kostensenkung berücksichtigt werden müssen:
Je genauer die Ziele definiert werden, desto besser lässt sich bestimmen, welche Kennzahlen für die TCO-Analyse relevant sind. Die Auswirkungen von Entscheidungen rund um den Fuhrpark werden anhand von TCO-Analysen besser belegbar und transparenter.
Möglich sind Kostensenkungen im Fuhrpark auf verschiedene Weise:
Unternehmen sollten außerdem bewerten, welche Auswirkungen einzelne Maßnahmen haben und welche Einsparpotenziale realistisch zu erwarten sind.
Es empfiehlt sich, die Entwicklung des Fuhrparks regelmäßig mit den ursprünglich definierten Zielen abzugleichen und bei Bedarf nachzusteuern. Falls sich zum Beispiel zeigt, dass bei bestimmten Fahrzeugmodellen mehr Wartungsaufwand nötig ist als erwartet, kann dies für die nächste Fahrzeugbeschaffung berücksichtigt werden. Das Gleiche gilt für den Kraftstoffverbrauch oder Erlöse aus dem Fahrzeugverkauf.
Anhand von TCO-Daten lässt sich besser festlegen, wie lange ein Fahrzeug genutzt werden sollte. So kann es günstiger sein, ein Fahrzeug früher zu verkaufen, bevor der Wartungs- und Reparaturaufwand mit dem Alter steigt und der Restwert sinkt.
Je mehr Daten sich im Fuhrpark sammeln lassen, desto besser lässt sich der TCO bestimmen. Dabei helfen Auswertungen von Tank- und Ladevorgängen, Fahrzeugdaten, die mithilfe von Telematiksystemen erfasst werden, Werkstattverträge und -rechnungen, Leasingabrechnungen und vieles mehr.

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