SAP bietet seit 2023 ein Mobilitätskonto für Diensträder, ÖPNV, Carsharing und E-Scooter. Wie hat sich das Modell seither entwickelt?
Mitarbeitende wählen frei zwischen einem Dienstwagen und einem Mobilitätsbudget? „Das hat sich etabliert“, fasst Steffen Krautwasser, Head of Global Car Fleet bei SAP, direkt zu Beginn des Gesprächs zusammen. Ziel der Firma war es, eine Alternative zum normalen Firmenwagen anzubieten. Durch das neue Konzept sollen Mitarbeitende mehr Freiheit erhalten. Sie können das neue Mobilitätskonto für die Nutzung von ÖPNV, Carsharing oder Fahrrad nehmen.
In der Firma nutzen rund 2.000 Mitarbeitende das Budget – Tendenz steigend: „Wir haben monatlich 30 bis 50 neue Teilnehmende.“ Das Ziel, eine echte Alternative zu schaffen, hat SAP erreicht. Besonders beliebt ist das Angebot bei zwei Gruppen: den jüngeren „Early Talents“ und der „Generation 50+“, die bereits mehrere Dienstwagen hatten und sich nun bewusster fortbewegt. Auch Familien profitieren – etwa indem sie mit dem Budget die Deutschlandtickets ihrer Kinder bezahlen.
Operativ ist das System schlank aufgesetzt: „Eine Person betreut das Thema, und das nicht einmal Vollzeit.“ Abwicklung und Erstattung laufen über SAP Concur, Belege werden digital eingereicht, Schnittstellen verbinden HR- und Finanzsysteme. Zwei Drittel der Budgets fließen in nachhaltige Mobilität (Bahn, Bus, Fahrrad), der Rest in Carsharing oder Taxi.
Die Zufriedenheit liegt bei „weit über 90 Prozent“. Besonders geschätzt werden Flexibilität, Nachhaltigkeit und einfache Prozesse. Kritik gibt es an der Höhe des Budgets und daran, dass es am Jahresende verfällt – aus Bilanzgründen. Die Auslastung liegt bei 70 bis 75 Prozent, „ein sehr guter Wert“, kommentiert Krautwasser. Insgesamt sieht Krautwasser in diesem Budget mehr als ein HR-Angebot: „Das Mobilitätsbudget ist eine glaubhafte Alternative und ein wichtiges Recruiting-Argument – es zeigt, dass wir Mitarbeitende nicht nur bezahlen, sondern auch mobil halten.“
Mit dem Mobilitätsbudget will SAP den wachsenden Fuhrpark langfristig entlasten. Zugleich schreitet die Elektrifizierung voran: „Seit dem 1. Januar 2026 lassen wir nur noch BEVs zu, 2030 gehen die letzten Verbrenner raus.“ Zudem umfasst das Budget verschiedene Optionen rund um das Fahrrad. Dazu zählen die Kostenübernahme für Fahrradreparaturen, Inspektionen und Ersatzteile sowie Ausgaben für die Fahrradmitnahme im ÖPNV. Auch Angebote wie Fahrrad-Sharing, Fahrrad-Abos und Leihfahrräder können darüber finanziert werden. Fahrradleasing läuft laut SAP außerhalb des Budgets, da unter anderem unterschiedliche Steuerregelungen wie geldwerte Vorteile gelten würden.

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