Die USA verzeichnen 2025 einen deutlichen Rückgang im internationalen Tourismus. Höhere Kosten und politische Faktoren schrecken viele Reisende ab.
Im ersten Halbjahr 2025 ist der internationale Tourismus in den USA spürbar zurückgegangen. Besonders stark betroffen sind Reisende aus Westeuropa, während wirtschaftliche und politische Faktoren als zentrale Ursachen gelten.
Der Tourismus aus Übersee in die USA ist im ersten Halbjahr 2025 deutlich gesunken. Höhere Visagebühren, steigende Preise und zunehmende Einschränkungen könnten die Entwicklung weiter verschärfen. Laut „Hotel Management Networks“ fühlen sich ausländische Besucher, aber auch US-Amerikaner selbst, zunehmend „über den Tisch gezogen“.
Zusätzlich wird die politische Lage als Faktor genannt. Aus Protest gegen Donald Trumps Politik meiden viele internationale Reisende die Vereinigten Staaten. Bei acht der zehn wichtigsten Herkunftsländer für US-Touristen wurde ein Rückgang registriert. "Trump Slump" (deutsch: Trump-Flaute) nennen US-Medien und etwa der World Travel & Tourism Council (WTTC) diesen Effekt, ausgelöst durch politische Spannungen, Visa-Sorgen und eine generelle Unsicherheit über den Zustand der USA.
Das Nationale Reise- und Tourismusamt meldete einen Rückgang der Ankünfte aus Westeuropa um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024. Am gravierendsten wirkte sich der Rückgang von privaten und geschäftlichen Besuchern aus Deutschland aus: minus 14,7 Prozent.
Im Juli 2025 sank die Zahl der Auslandsbesuche um 3,1 Prozent. Allein aus Großbritannien, Deutschland und Spanien gingen mehrere 100.000 Besucher verloren. Insgesamt zeigte sich seit Jahresbeginn 2025 ein kontinuierlicher Rückgang, mit besonders starken Einbrüchen im März (11,6 Prozent).
Eine Ausnahme bildet lediglich der Nahe Osten mit einem Plus von 17,7 Prozent.
Wie Forbes Anfang Juli unter Berufung auf Zahlen des WTTC berichtet, könnte das Land aufgrund rückläufiger Besucherzahlen bis zu 29 Milliarden US-Dollar verlieren. Millionen Arbeitsplätze gelten als gefährdet. Laut einer WTTC-Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus in 184 Ländern sind die USA das einzige Land, für das im Jahr 2025 ein Rückgang der Ausgaben internationaler Besucher prognostiziert wird. Statt eines erwarteten Wachstums von neun Prozent wird nun ein Rückgang von zehn Prozent erwartet.
Eine Prognose von Goldman Sachs geht davon aus, dass das Bruttosozialprodukt um 0,3 Prozent schrumpfen könnte, was etwa 71 Milliarden US-Dollar entspricht. (lb)

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