Stuttgart ist die digitalste Großstadt Deutschlands. Die baden-württembergische Landeshauptstadt löst München an der Spitze des Smart City Index 2026 ab.
Welche deutschen Großstädte sind bei der Digitalisierung am weitesten? Eine Antwort darauf gibt der Smart City Index des Digitalverbands Bitkom. Für die Ausgabe 2026 hat Bitkom 83 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Das Ergebnis: Stuttgart übernimmt die Spitze vor München und Hamburg. Gleichzeitig rückt die Spitzengruppe enger zusammen.
Der Smart City Index bewertet die Städte in fünf Kategorien: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. In die Untersuchung flossen 14.442 Datenpunkte ein. Insgesamt wurden 39 Indikatoren mit 174 Parametern je Stadt ausgewertet – von digitalen Bürgerdiensten über intelligente Verkehrslösungen und Sharing-Angebote bis hin zu Breitbandversorgung und digitaler Bildung.
Nach drei Jahren an der Spitze muss München den ersten Platz abgeben. Stuttgart erreicht im Smart City Index 2026 92,8 von 100 Punkten und liegt damit vor München mit 92,0 Punkten. Hamburg folgt mit 91,5 Punkten auf Rang drei.
Besonders auffällig ist, wie eng die drei führenden Städte inzwischen beieinanderliegen: Zwischen Stuttgart auf Platz eins und Hamburg auf Platz drei liegen gerade einmal 1,3 Punkte.

Für Stuttgart ist der Sprung an die Spitze vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Stadt in allen fünf untersuchten Kategorien unter den zehn Besten liegt. In Energie und Umwelt belegt Stuttgart sogar den ersten Platz. In der Verwaltung kommt die Stadt auf Rang drei, bei Gesellschaft und Bildung auf Rang sieben, bei Mobilität auf Rang acht und bei IT und Kommunikation auf Rang sechs.
Auch hinter dem Spitzentrio kommt Bewegung in das Ranking. Nürnberg verbessert sich um vier Plätze und landet mit 91,3 Punkten auf Rang vier. Düsseldorf folgt mit 90,9 Punkten auf Platz fünf. Köln fällt dagegen vom vierten auf den sechsten Platz zurück. Hannover hält mit 88,2 Punkten seinen siebten Rang. Bochum verliert drei Plätze und landet auf Position acht. Leipzig bleibt auf Rang neun.
Den größten Sprung innerhalb der Top 10 macht Aachen: Die Stadt verbessert sich um sechs Plätze und steigt von Rang 16 auf Rang zehn auf. Heidelberg, im Vorjahr noch Zehnter, gehört dagegen nicht mehr zur Spitzengruppe. Auffällig ist die Dynamik insgesamt: Nur zwei Städte der Top 10 stehen 2026 auf demselben Rang wie im Vorjahr. Das Ranking ist damit deutlich in Bewegung.
Der Smart City Index betrachtet längst mehr als einzelne digitale Vorzeigeprojekte. Entscheidend ist, wie konsequent digitale Lösungen in unterschiedlichen Bereichen des städtischen Lebens eingesetzt werden.
In der Kategorie Verwaltung teilen sich Krefeld und Nürnberg mit jeweils 100 Punkten den ersten Platz. Stuttgart folgt auf Rang drei.
Bei Energie und Umwelt steht Stuttgart mit 87,7 Punkten an der Spitze. Aachen folgt auf Rang zwei, Braunschweig auf Rang drei.
Im Bereich IT und Kommunikation führt Hamburg mit 96,0 Punkten vor München mit 95,4 Punkten. Stuttgart liegt hier auf Platz sechs.
Bei Gesellschaft und Bildung führt Darmstadt mit 98,8 Punkten. Leipzig und Mönchengladbach folgen auf den Plätzen zwei und drei.
Damit zeigt sich auch: Eine Stadt muss nicht im Gesamtranking ganz vorne liegen, um in einzelnen Bereichen besonders digital aufgestellt zu sein.
Für den Smart City Index 2026 wurden alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Die Datenerhebung erfolgte zwischen April und Juli 2026. Neben Angaben der Städte und ihrer Partner flossen unter anderem amtliche Daten und öffentlich zugängliche Quellen ein.
Insgesamt erfasste Bitkom 14.442 Datenpunkte. Daraus wurden 39 Indikatoren mit insgesamt 174 Parametern je Stadt gebildet. Die fünf Kategorien Verwaltung, Energie und Umwelt, Mobilität, IT und Kommunikation sowie Gesellschaft und Bildung gehen zu gleichen Teilen in den Gesamtindex ein.
Neu beziehungsweise überarbeitet wurden unter anderem Kriterien für IT-Sicherheit und KI-Assistenten in Behörden, digitale Wärmeplanung und Energiemonitoring kommunaler Gebäude. Im Bereich Mobilität wurden die Themen Parken, smartes Verkehrsmanagement und smarter ÖPNV angepasst.
Der Smart City Index ist ein relatives Ranking: Für jeden Indikator wird der beste tatsächlich erreichte Wert aller untersuchten Städte als Maßstab herangezogen. Verändert sich das Leistungsniveau der Städte, verändert sich damit auch die Bewertungsskala.
Auch die Punktwerte aus verschiedenen Jahren lassen sich deshalb nicht eins zu eins miteinander vergleichen. Aussagekräftiger sind Entwicklungen bei den Platzierungen und die Frage, welche Städte ihre Position im Vergleich zur Konkurrenz verbessern konnten.
Letztes Jahr ergab sich folgendes Ranking:
Die Top-10-Platzierungen in einzelnen Themenbereichen in alphabetischer Reihenfolge: