Bei Hitze können heiße Fahrzeugteile schnell zur Brandgefahr werden. Worauf Fahrer beim Parken achten sollten und wie sie sich bei Rauch verhalten.
Sommerliche Trockenheit macht nicht nur Wälder leicht entzündlich. Auch Böschungen, Felder und Wiesen können schnell Feuer fangen. Für Fahrer von Dienst- und Firmenwagen heißt das: Bei der Parkplatzwahl ist besondere Vorsicht geboten. Schon die Hitze der Abgasanlage kann trockenes Pflanzenmaterial entzünden.
Die größte Gefahr geht bei Benzinern und Dieseln von der Abgasanlage aus. Vor allem der Katalysator erreicht bereits nach kurzer Fahrt mehrere Hundert Grad. Unter hoher Belastung können es laut dem Automobilclub ACE bis zu 800 Grad Celsius sein.
Trockenes Gras kann sich bereits bei Temperaturen um 300 Grad entzünden. Dafür muss es den Katalysator nicht direkt berühren, denn bei sehr trockenem Material kann schon dessen Wärmestrahlung ausreichen.
Besonders kritisch sind hohes Gras, Stoppelfelder sowie Böden mit trockenen Blättern, Nadeln oder kleinen Ästen. Unebenheiten können außerdem dazu führen, dass Pflanzen näher an den Unterboden reichen, als es vom Fahrersitz aus erscheint.
Bei Veranstaltungen und Ausflugszielen dienen gemähte Wiesen häufig als Behelfsparkplätze. Eine kurz gemähte Fläche ist jedoch nicht automatisch ungefährlich. Gerade trockene Stoppeln können heißen Fahrzeugteilen besonders nahekommen.
Erscheint eine Fläche sehr trocken, sollten Fahrer ihr Fahrzeug dort auch dann nicht abstellen, wenn bereits andere Autos parken. Sicherer sind ausgewiesene Parkplätze mit Asphalt-, Pflaster- oder Schotterbelag. Das gilt ebenso für kurze Stopps am Straßenrand: Ein trockener Grünstreifen ist kein geeigneter Ausweichparkplatz.
Vorsicht ist bereits beim Befahren einer trockenen Wiese nötig. Halme, Stroh oder Zweige können sich am Unterboden verfangen und dort auch nach der Weiterfahrt zu qualmen beginnen.
Nicht nur die Abgasanlage kann Pflanzenmaterial entzünden. Auch Bremsen können sehr heiß werden, etwa nach einer längeren Bergabfahrt, starken Bremsmanövern oder bei einem technischen Defekt.
Nach einer hohen Belastung sollten Fahrer das Fahrzeug deshalb nicht unmittelbar über trockenem Bewuchs abstellen. Das gilt insbesondere für schwere oder stark beladene Firmenfahrzeuge, bei denen die Bremsanlage stärker beansprucht werden kann.
Reine Elektroautos besitzen weder einen Katalysator noch heiße Abgasrohre. Das Risiko, trockenes Gras durch die Abgasanlage zu entzünden, entfällt damit. Durch die Rekuperation werden zudem häufig die mechanischen Bremsen weniger beansprucht.
Eine vollständige Entwarnung gibt es dennoch nicht. Auch bei einem Elektroauto können Bremsen nach starken Bremsungen oder aufgrund eines Defekts heiß werden. Zudem kann grundsätzlich jedes Fahrzeug infolge eines technischen Fehlers, eines Unfalls oder beschädigter Leitungen in Brand geraten. Elektroautos sollten daher ebenfalls nicht auf trockenem Bewuchs abgestellt werden.
Bei Voll- und Plug-in-Hybriden kommt es darauf an, ob der Verbrennungsmotor zuvor gelaufen ist. War das der Fall, können Katalysator und Auspuff genauso heiß sein wie bei einem konventionellen Benziner.
Wer durch unvorsichtiges Parken eine konkrete Brandgefahr verursacht, riskiert nicht nur Schäden am eigenen Fahrzeug. Sind etwa Wälder, Moore, bestellte Felder oder dort gelagerte landwirtschaftliche Erzeugnisse gefährdet, können auch strafrechtliche Folgen drohen.
Für das fahrlässige Herbeiführen einer solchen Brandgefahr sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor. Kommt es tatsächlich zu einem Feuer oder werden Menschen beziehungsweise fremde Sachen gefährdet, können je nach Einzelfall weitere strafrechtliche, zivilrechtliche und versicherungsrechtliche Folgen hinzukommen.
Gerät ein Fahrer mit dem Auto in ein Waldbrandgebiet, sollte er keinesfalls auf gut Glück in sichtbare Flammen oder dichten Rauch hineinfahren. Rauch kann die Sicht innerhalb weniger Meter nahezu vollständig nehmen und enthält gesundheitsschädliche Partikel und Gase. Weitere Gefahren sind herabfallende Äste, Gegenstände auf der Fahrbahn, flüchtende Tiere und entgegenkommende Einsatzfahrzeuge.

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