Gute Auto-Leasing-Angebote lassen sich nicht nur anhand der Monatsrate erkennen. Auch Faktoren wie die Vertragsdetails und der mögliche Verhandlungsspielraum sind für Fuhrparks wichtig.
Fuhrparkverantwortliche können Leasingangebote bei Herstellern und Händlern, unabhängigen Leasinggesellschaften oder über spezialisierte Online-Portale einholen. Die Angebote unterscheiden sich allerdings nicht nur bei der monatlichen Leasingrate. Für einen ersten Überblick über den Markt eignen sich die Online-Portale, um anschließend konkrete Angebote und Vertragsbedingungen prüfen zu können.
Beim Leasing für den Fuhrpark müssen Unterschiede in der Laufleistung, Wartungen, Sonderzahlungen, Rückgabebedingungen sowie Servicekosten berücksichtigt werden. Die Monatsrate allein ist nicht aussagekräftig genug. Vor dem Preisvergleich sollte daher der eigene Bedarf hinsichtlich Laufleistung, Laufzeit, Fahrzeugklasse sowie der gewünschten Serviceleistung feststehen. Erst dann können Angebote sinnvoll eingeholt werden.
Automobilhersteller sind für viele Unternehmen die erste Anlaufstelle, wenn es um Leasing-Angebote geht. Sie verfügen über eigene Leasingbanken und können dadurch Fahrzeug und Finanzierung direkt aus einer Hand anbieten. Servicebausteine wie Wartung und Reifenservice sind häufig bereits Bestandteil des Vertrags. Bei größeren Flotten kommen auch Rahmenverträge infrage, die dann unter anderem Mengenrabatte oder Sonderkonditionen für bestimmte Fahrzeugklassen oder Modelle vorsehen. Während große Unternehmenskunden sich oft direkt an die Hersteller wenden, können kleinere Betriebe Angebote über das Vertragshändlernetz der Hersteller einholen.
Für viele Firmenkunden ist Hersteller-Leasing ein gängiger Weg, Fahrzeugfinanzierung und Serviceleistungen in einem Vertrag zu bündeln. Die enthaltenen Servicebausteine sollten jedoch genau geprüft werden. Was kosten Reifen oder Wartung separat und welche Leistungen sind in der genannten Pauschale wirklich enthalten? Außerdem können solche Angebote auch Einschränkungen bedeuten, denn je nach Vertrag können Vorgaben zur Werkstattwahl oder zur Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten bestehen.
Für den Vergleich von Angeboten sollten Fuhrparkmanager die relevanten Fahrleistungen für die Fahrzeuge kennen. Unternehmen, die Fahrzeuge drei Jahre lang mit 40.000 Kilometern pro Jahr einsetzen, haben andere Anforderungen als Firmen, in denen pro Jahr mit den Autos nur knapp 10.000 Kilometer gefahren werden.
Eine Alternative zum Händler-Leasing sind herstellerunabhängige Leasinggesellschaften. Sie haben bei Flotten mit verschiedenen Modellen den Vorteil, dass sie Fahrzeuge mehrerer Marken gebündelt über einen Vertragspartner beschaffen können.
Viele Leasinggesellschaften bieten Full-Service-Verträge an, die Serviceleistungen wie Reifenmanagement oder Wartung abdecken. Einzelne Vertragsklauseln solcher Full-Service-Verträge wie das Angebot eines Pannen- oder Ersatzwagenservices sollten darauf geprüft werden, ob Unternehmen sie wirklich brauchen.
Weitere Vertragsklauseln wie die Regelungen zur Erstattung von Minderkilometern oder auch zu Serviceleistungen, zum Beispiel welche Leistungen von einer Wartungspauschale ausgeschlossen sind, sollten Fuhrparkmanager klären. Bei mehrjährigen Laufzeiten und zahlreichen Fahrzeugen können sich die preislichen Unterschiede deutlich aufsummieren.
Spezialisierte Online-Plattformen geben eine erste Übersicht über den Leasing-Markt und zeigen verfügbare Modelle und Preise. Üblicherweise lassen sich die Angebote nach Laufzeiten, Preisvorstellungen, Fahrzeugklassen oder Kilometerleistungen filtern. Mögliche Plattformen sind etwa:
Bei der Nutzung dieser Portale zum Preisvergleich muss allerdings die genaue Konfiguration berücksichtigt werden. Viele vermeintlich günstige Angebote haben häufig niedrige Kilometerleistungen oder bestimmte Laufzeiten. Hinzu kommen mögliche Zusatzkosten, wie Überführungs- oder Bereitstellungskosten. Nur die Monatsrate zu vergleichen, genügt daher nicht. Eine einheitliche Kalkulation über die gesamte Vertragslaufzeit ist die bessere Vergleichsgrundlage.
Einfaches Rechenbeispiel: Ein Angebot für ein Auto bei Anbieter A kostet 280 Euro monatlich und sieht noch 1.500 Euro Bereitstellungskosten vor. Ein Angebot für das gleiche Auto bei Anbieter B kostet 300 Euro im Monat, dafür entfallen die Bereitstellungskosten. Über 36 Monate kostet Angebot A insgesamt 11.580 Euro und Angebot B 10.800 Euro. Die niedrigere Monatsrate macht ein Angebot also nicht automatisch günstiger.
Bei Gewerbekunden prüfen Leasinggeber unter anderem die Bonität. Für junge Unternehmen können strengere Anforderungen gelten, zum Beispiel höhere Anzahlungen, Bürgschaften, zusätzliche Sicherheiten oder das Vorlegen eines Businessplans.
Steht die Finanzierung, braucht es einheitliche Kriterien für den Angebotsvergleich. Dazu zählen die jährliche Fahrleistung im Unternehmen, die Fahrzeugklasse, Antriebsart und Ausstattung. Die Car Policy setzt dafür oft bereits einen Rahmen. Die gewünschte Laufzeit des Leasingvertrags und eine Antwort auf die Frage, welche Servicebestandteile in den Vertrag integriert werden sollen, gehören ebenfalls zum Anforderungsprofil.
Damit Angebote tatsächlich vergleichbar sind, müssen für alle dieselben Kriterien gelten. Neben der Monatsrate zählen Sonderzahlungen, Überführungs- und Zulassungskosten sowie Ausgaben für Wartung, Verschleiß und Reifen. Auch die Versicherungsbedingungen sowie die Regelung, wie der Leasinggeber mit Mehr- und Minderkilometern umgeht, ist relevant. Bei Elektroautos sollten außerdem die Kosten für Ladeinfrastruktur und Ladekarten mitgedacht werden.
Tipp: Der Leasingfaktor hilft beim schnellen Preisvergleich. Um ihn zu berechnen, wird die monatliche Leasingrate ins Verhältnis zum Bruttolistenpreis gesetzt. Je niedriger der Faktor, desto günstiger erscheint das Angebot. Aussagekräftig ist der Vergleich aber erst, wenn Laufzeit, Kilometerleistung und Sonderzahlungen berücksichtigt werden.
Bei einem wiederkehrenden Fahrzeugbedarf können sich Rahmenverträge mit Herstellern lohnen. Meist ist dafür eine Mindestabnahmemenge pro Jahr vorgesehen, wodurch solche Verträge oft eher für größere Unternehmen infrage kommen. Die Monatsrate ist dabei nur ein Verhandlungspunkt. Auch Überführungskosten, Servicepakete, Rückgaberegelungen oder die Bedingungen für eine vorzeitige Vertragsbeendigung können oft individuell vereinbart werden.
Unternehmen, die noch nicht die notwendige Fuhrparkgröße für Mengenrabatte erreichen, können sich über Einkaufskooperationen zusammenschließen. Diese bündeln die Nachfrage mehrerer Firmen und verhandeln auf dieser Basis die Konditionen mit Leasinggebern oder Herstellern. Die Rechnung geht allerdings nicht automatisch auf, denn häufig kosten Einkaufskooperationen eine Mitgliedsgebühr oder es gibt Einschränkungen bei der Auswahl an Fahrzeugen.
Auto-Abo und Leasing basieren beide auf der Nutzung eines Fahrzeugs gegen eine monatliche Rate. Das Abo ist in der Regel flexibler und läuft deutlich kürzer als übliche Leasing-Verträge. Viele Anbieter sehen Abo-Zeiträume von einem Monat bis zu einem Jahr vor, während Leasing-Verträge oft für zwei bis vier Jahre geschlossen werden.
Im Unterschied zum Leasing sind beim Abo bis auf Sprit oder Strom meist alle Leistungen inklusive, von der Versicherung über die Zulassung bis hin zur Wartung. Dafür sind die monatlichen Raten in der Regel auch höher als beim Leasing. Außerdem besteht oft nur eine begrenzte Auswahl bei den Modellen, während beim Leasing mehr eigene Konfiguration des Autos möglich ist. Werden Fahrzeuge nur für einen kurzen Zeitraum benötigt, zum Beispiel als Überbrückung, kann ein Abo geeigneter sein als Leasing.
Vor der Unterzeichnung sollte der Leasingvertrag auf die Regelungen zur Fahrzeugrückgabe überprüft werden. Bei der Rückgabe kommt es häufig zu Diskussionen darüber, was noch als normale Gebrauchsspuren gilt und was als übermäßige Abnutzung berechnet werden kann. Die Abgrenzung zwischen normalen Gebrauchsspuren und tatsächlichen Schäden sorgt regelmäßig für Gerichtsverfahren, weshalb von vorneherein klare Kriterien mit dem Leasinggeber vereinbart werden sollten.
Fuhrparkmanager sollten frühere Fahrzeugrückgaben und Nachberechnungen auswerten. Die Daten aus den vergangenen Verträgen gehören dann in die nächste Leasing-Ausschreibung: Mehrkilometer, Rückgabekosten, Wartungsaufwand und Nachberechnungen zeigen, welche Konditionen für den eigenen Fuhrpark besonders relevant sind und helfen, künftig die passenden Angebote zu finden.

Optimieren Sie Ihre Flotte mit praxisnahen Tipps – kompakt und direkt ins Postfach.