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Leadership

Führungskompetenz: So bleiben Führungskräfte handlungsfähig

Dauerkrisen prägen den Führungsalltag. Klarheit, Struktur und Dialog helfen, Teams stabil zu führen und Ausfälle zu vermeiden.

4 Min.16.01.2026, 13:51 Uhr (Aktualisiert am 25.06.2026, 12:52 Uhr)
Von
Alfons Wolf
Alfons Wolf
Alfons Wolf
Ein Geschäftsmann gerät unter Druck.
Führungskräfte stehen dauerhaft unter Druck. Selbstfürsorge hilft, dem Druck standzuhalten. alphaspirit - Fotolia.com

Zitiervorschlag

Führungskompetenz: So bleiben Führungskräfte handlungsfähig. In: /management/fuehrung-unter-druck-wie-fuehrungskraefte-handlungsfaehig-bleiben, 16.01.2026, /management/fuehrung-unter-druck-wie-fuehrungskraefte-handlungsfaehig-bleiben (abgerufen am: 16.10.2026)

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Auf einen Blick

Führung in Krisenzeiten ist heute Normalität, kein Ausnahmefall.

Mobilität zeigt exemplarisch, wo Führung unter Druck gerät.

Selbstführung ist Voraussetzung für Orientierung und Stabilität.

Alfons Wolf
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Führungskräfte stehen heute dauerhaft unter Druck – unabhängig von Funktion, Hierarchie oder Abteilung. Transformation, Kostendynamik, Fachkräftemangel, regulatorische Unsicherheiten und steigende Komplexität prägen den Arbeitsalltag in nahezu allen Unternehmensbereichen.

Warum Mobilität ein guter Seismograf für Führung ist

Führung in Krisenzeiten ist heute kein Ausnahmezustand mehr, sondern Normalität. Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in Bereichen wie Mobilität, Fuhrpark oder Geschäftsreisen. Hier treffen strategische Entscheidungen, operative Verantwortung und hohe Erwartungshaltungen unmittelbar aufeinander. Doch diese Herausforderungen sind übertragbar: Was Mobilitätsverantwortliche erleben, betrifft Führungskräfte im gesamten Unternehmen gleichermaßen.

Mobilität wirkt dabei wie ein Seismograf. Steigende Kosten, Ausfälle, Engpässe oder Konflikte machen früh sichtbar, wo Strukturen, Kommunikation oder Führung an Grenzen stoßen. Der Umgang mit Unsicherheit entscheidet darüber, ob Teams handlungsfähig bleiben oder in Überforderung geraten.

Mobilitäts- und Reisethemen berühren viele Schnittstellen: HR, Einkauf, Finance, IT, Nachhaltigkeit und Geschäftsführung. Entscheidungen wirken sich schnell aus – auf Kosten, Prozesse, Sicherheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Gerade deshalb zeigt sich hier besonders deutlich, wie Führung funktioniert:

  • Werden Entscheidungen transparent erklärt oder nur angeordnet?
  • Gibt es klare Zuständigkeiten oder operative Grauzonen?
  • Werden Belastungen früh erkannt oder erst, wenn Ausfälle auftreten?

Die Antworten auf diese Fragen sind nicht mobilitätsspezifisch. Sie sind Ausdruck der Führungsqualität im gesamten Unternehmen.

Selbstführung: Wer andere führt, muss bei sich anfangen

Krisen machen sichtbar, was im Alltag oft überdeckt wird: Führungskräfte sind selbst Teil des Systems. Wer dauerhaft unter Druck steht, Entscheidungen allein trägt und gleichzeitig Stabilität ausstrahlen soll, gerät schnell an persönliche Grenzen.

In der Managementforschung gilt Selbstführung daher als zentrale Kompetenz wirksamer Führung. Auch Maren Ulbrich, Beraterin für Führungs- und Veränderungsprozesse, betont im Gespräch: „Selbstfürsorge ist kein Luxusgut, sondern die absolute Grundlage von Führung. Wenn sie fehlt, fehlt mir das Vitamin, um durch den Arbeitsalltag zu kommen.“

Für Führungskräfte bedeutet das konkret: Prioritäten setzen, Verantwortung teilen, Entscheidungsräume klar strukturieren und die eigene Belastbarkeit aktiv managen. Nur wer selbst handlungsfähig bleibt, kann Orientierung geben – gerade in unsicheren Zeiten.

Porträt von Maren Ulbrich, Diplom-Ökonomin und zertifizierte Unternehmensnachfolge-Beraterin, vor einer Steinwand.
"Selbstfürsorge ist kein Luxusgut, sondern die absolute Grundlage von Führung", sagt Maren Ulbrich, Beraterin für Führungs- und Veränderungsprozesse. Liesa Flemming

Fehlzeiten: Belastung erkennen, bevor sie eskaliert

Steigende Fehlzeiten gehören in vielen Unternehmen zu den sichtbarsten Belastungssignalen. In operativ geprägten Bereichen wie Mobilität oder Fuhrpark haben Ausfälle oft direkte Folgen – etwa eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Mehrarbeit für andere oder Verzögerungen im Tagesgeschäft.

Aus Führungsperspektive sollten Fehlzeiten jedoch nicht ausschließlich als organisatorisches oder administratives Problem betrachtet werden. Häufig sind sie ein Indikator für tieferliegende Themen:

  • Überlastung
  • ungelöste Konflikte
  • fehlende Wertschätzung
  • mangelnde Orientierung

Ulbrich ordnet das klar ein: „Fehlzeiten sind oft die ersten Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt – gepaart mit Konflikten, nachlassender Motivation oder innerer Kündigung.“

Ein wirksamer Umgang mit Fehlzeiten beginnt daher nicht bei Prozessen, sondern im Dialog: regelmäßige Gespräche, echtes Interesse am Befinden der Mitarbeitenden und eine Führungskultur, die Belastungen anspricht, bevor sie zu Ausfällen führen.

Führungskompetenz: Vertrauen durch Kommunikation aufbauen

Unter Druck steigt die Gefahr, dass Führung sich auf Kontrolle zurückzieht. Kennzahlen, Anweisungen und kurzfristige Maßnahmen gewinnen an Gewicht – häufig zulasten von Vertrauen und Eigenverantwortung.

Langfristig wirkt das kontraproduktiv. Gerade in wissens- und verantwortungsintensiven Bereichen brauchen Mitarbeitende Orientierung, nicht Mikromanagement. Wirksame Führung setzt daher auf Kommunikation, die einordnet und Sicherheit gibt.

“Fehlzeiten sind oft die ersten Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.”

Maren Ulbrich, systemische Coachin

„Wir müssen dem Mitarbeiter ein Gefühl geben, dass wir ein echtes Interesse haben und gemeinsam nach Lösungen suchen“, beschreibt Ulbrich diesen Ansatz.

Für Führungskräfte bedeutet das:

  • Mitarbeitende frühzeitig einbinden
  • Entscheidungslogiken transparent machen
  • Beteiligung ermöglichen – ohne Verantwortung abzugeben

Das stärkt die emotionale Bindung und erhöht die Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen.

Strukturen schaffen Stabilität: Prozesse für den Ernstfall

Neben Haltung und Kommunikation bleiben klare Strukturen ein zentraler Erfolgsfaktor. Krisen zeigen schnell, ob Prozesse tragfähig sind oder nur im Normalbetrieb funktionieren.

Vertretungsregelungen, Entscheidungswege, Priorisierungen und Eskalationsmechanismen müssen auch unter Druck greifen. Struktur reduziert Unsicherheit, entlastet Führungskräfte und schafft Freiräume für strategische Themen – etwa Transformation, Effizienz oder Nachhaltigkeit.

Gerade in komplexen Feldern wie Mobilität wird deutlich: Ordnung ist kein Selbstzweck, sondern ein Führungsinstrument.

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Unternehmenskultur: Führungskräfte tragen Verantwortung

Am Ende entscheidet nicht die einzelne Maßnahme über Krisenfestigkeit, sondern die Kultur des Unternehmens. Eine Kultur, in der Leistung, Fürsorge und Verantwortung zusammengedacht werden, wirkt stabilisierend – besonders in unsicheren Zeiten.

„Der Unternehmenskultur muss ein hoher Wert beigemessen werden – nicht als Aushängeschild nach außen, sondern damit innen ein Klima entsteht, das menschliches Miteinander möglich macht“, so Ulbrich.

Führungskräfte tragen hier eine besondere Verantwortung – für sich selbst, ihre Teams und das Unternehmen insgesamt. Wer Warnsignale erkennt, Dialog fördert und strukturell vorbereitet ist, erhöht die Chance, auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben.

Mann im Anzug zeigt auf Monitor mit Daten

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Bild: Schlütersche

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