Welche deutschen Flughäfen sind für Geschäftsreisende besonders relevant? Ein Überblick über Standorte, Anbindung und Infrastruktur.
Früh morgens hin, abends zurück: Dafür braucht es einen Flughafen, der gut erreichbar ist und die passenden Verbindungen bietet. In Deutschland gibt es rund 38 Verkehrsflughäfen – je nach Zählweise. Das Angebot reicht von globalen Drehkreuzen wie Frankfurt und München über Metropolenflughäfen wie Berlin und Hamburg bis hin zu Regionalflughäfen wie Paderborn oder Memmingen. Für Dienstreisende sind vor allem Frequenz, Anbindung und Infrastruktur entscheidend.
Die deutschen Verkehrsflughäfen unterscheiden sich deutlich in ihrer Funktion und Bedeutung für Geschäftsreisen. Frankfurt und München nehmen als internationale Drehkreuze eine Sonderrolle ein: Sie bieten eine besonders breite Anbindung, viele Umsteigeverbindungen und hohe Frequenzen.
Daneben stehen die großen Metropolenflughäfen wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln/Bonn oder Stuttgart. Sie sind vor allem für innerdeutsche, europäische und teils internationale Geschäftsreisen relevant. Weitere Flughäfen wie Hannover oder Leipzig/Halle können je nach Region, Verbindung oder wirtschaftlicher Funktion ebenfalls eine Rolle spielen.
Kleinere Regional- und Nischenflughäfen wie Memmingen, Weeze oder Paderborn/Lippstadt bedienen dagegen häufig einzelne Linienverbindungen, saisonale Strecken oder touristisch geprägte Angebote. Für Dienstreisende sind sie deshalb meist nur punktuell relevant.
64 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erreichen einen Flughafen innerhalb von 60 Minuten, 95 Prozent binnen 90 Minuten. Das spricht für eine hohe Flughafendichte. Allerdings ist das Angebot regional ungleich verteilt.
Im Westen ist die Flughafendichte am höchsten
Allein in Nordrhein-Westfalen liegen mit Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Münster/Osnabrück und Weeze mehrere Flughäfen auf vergleichsweise engem Raum. Ein Drehkreuz mit der internationalen Bedeutung von Frankfurt oder München gibt es dort jedoch nicht.
Im Süden Deutschlands sind vor allem München und Stuttgart für den Luftverkehr relevant. München ist nach Frankfurt der zweitgrößte deutsche Flughafen und ein wichtiges internationales Drehkreuz. Im Jahr 2024 wurden dort 41,6 Millionen Passagiere abgefertigt.
In Ostdeutschland ist Berlin der wichtigste Flughafen für den Passagierverkehr. Im Jahr 2024 reisten 25,5 Millionen Menschen über den BER. Leipzig/Halle (LEJ) spielt vor allem als Luftfrachtdrehkreuz eine wichtige Rolle und bietet zugleich Passagierverbindungen an.
Im Norden ist Hamburg der wichtigste Flughafen, während Hannover das regionale Angebot erweitert. In Hamburg wurden im Jahr 2024 rund 14,8 Millionen Passagiere abgefertigt.
Der passagierstärkste Flughafen Deutschlands ist Frankfurt. Im Jahr 2024 nutzten ihn rund 61,6 Millionen Reisende, 2025 waren es rund 63,2 Millionen. Für Dienstreisende ist der Flughafen besonders wegen seiner internationalen Verbindungen und seiner zentralen Lage relevant. Er ist sowohl an das Fernverkehrsnetz der Bahn als auch an das Autobahnnetz angebunden.
Die EU-Kommission hatte im Jahr 2014 Leitlinien beschlossen, nach denen Betriebsbeihilfen für Flughäfen grundsätzlich nur während eines Übergangszeitraums zulässig sein sollten. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen wurden die Möglichkeiten staatlicher Unterstützung jedoch verlängert. Viele kleinere Flughäfen können ihren Betrieb ohne öffentliche Mittel kaum wirtschaftlich aufrechterhalten.
Eine Ausnahme können Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI) darstellen. Förderungen können dann zulässig sein, wenn ein Flughafen als wesentlich für die Anbindung einer Region eingestuft wird.
Viele Regionalflughäfen sind auf öffentliche Unterstützung angewiesen, weil die Fixkosten des Betriebs unabhängig von der Passagierzahl anfallen. Dazu gehören unter anderem Kosten für Infrastruktur, Flugsicherung, Feuerwehr und Energie.
Im Mai 2026 wurde bekannt, dass die EU-Kommission die Beihilferegeln für kleinere Flughäfen ändern will. Flughäfen mit bis zu 500.000 Passagieren pro Jahr sollen demnach leichter Betriebsbeihilfen erhalten können: Die Mitgliedstaaten müssten diese Unterstützung künftig nicht mehr vorab in Brüssel anmelden.
Für Investitionsbeihilfen soll die Regelung dagegen enger werden. Sie wären künftig nur noch für Flughäfen mit bis zu drei Millionen Passagieren pro Jahr möglich; bislang lag die Schwelle bei fünf Millionen.
Die wirtschaftlich erfolgreichsten deutschen Flughäfen sind Frankfurt und München. Sie profitieren vom sogenannten Hub-and-Spoke-System: Passagiere werden an einem Drehkreuz gebündelt und von dort aus zu weiteren Zielen verteilt. Dadurch lassen sich insbesondere Langstreckenverbindungen besser auslasten. Einnahmen erzielen große Flughäfen zudem nicht nur über den Flugbetrieb, sondern beispielsweise auch über Einzelhandel, Gastronomie und Parkangebote.
Kleine Regionalflughäfen haben es deutlich schwerer. Ein Beispiel ist Kassel-Calden: Der Flughafen verzeichnete 2025 lediglich rund 25.000 Passagiere in Ferien- und Linienflügen und blieb damit weit hinter früheren Erwartungen zurück. Auch Frankfurt-Hahn steht wirtschaftlich unter Druck, unter anderem weil Ryanair sein Angebot dort reduziert hat.
Bei geschäftlichen Reisen zählt nicht allein der Flugpreis. Entscheidend ist häufig, ob sich ein Termin ohne unnötige Zeitverluste wahrnehmen lässt.
Für Tagesreisen sind frühe Hinflüge und späte Rückflüge besonders wichtig. Große Flughäfen wie Frankfurt oder München bieten hierfür meist deutlich mehr Möglichkeiten als kleine Regionalflughäfen.
Relevant ist auch, wie schnell ein Flughafen vom Wohnort, vom Büro oder vom Zielort aus erreichbar ist. Vorteile bieten Flughäfen mit direkter Fernbahnanbindung wie Frankfurt, Düsseldorf und Köln/Bonn. München ist unter anderem über S-Bahn und Autobahn erreichbar.
Ruhige Arbeitsmöglichkeiten, stabiles WLAN, Lounges, kurze Wege und möglichst geringe Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle können für Dienstreisende einen großen Unterschied machen. Shopping- oder Unterhaltungsangebote stehen für sie häufig weniger im Mittelpunkt.
Während Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Jahr 2019 noch rund 195 Millionen Geschäftsreisen durchführten, waren es 2024 rund 107 Millionen. Das Vor-Pandemie-Niveau wurde damit bislang nicht wieder erreicht. Online-Meetings, veränderte Reisebudgets und höhere Anforderungen an die Begründung von Dienstreisen haben den Markt verändert.
Auch bei der Verkehrsmittelwahl zeigt sich ein Wandel. Vor allem auf innerdeutschen Strecken gewinnt die Bahn für Geschäftsreisen an Bedeutung. Nach Daten von TravelPerk wurden 2024 84 Prozent der über die Plattform gebuchten innerdeutschen Geschäftsreisen mit dem Zug unternommen, 16 Prozent mit dem Flugzeug. Auf der Strecke Berlin–München stieg der Bahnanteil unter Geschäftsreisenden von 23 Prozent im Jahr 2019 auf 72 Prozent im Jahr 2024.
Für kleinere Flughäfen kann diese Entwicklung die wirtschaftliche Situation zusätzlich erschweren. Große Drehkreuze wie Frankfurt und München sind weniger stark betroffen, weil sie von internationalen Verbindungen und ihrer Funktion als Umsteigeflughafen profitieren.

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