Bahn und Bund passen den Zeitplan für die Generalsanierungen an. Statt 21 sollen bis 2031 nur noch 13 stark belastete Strecken umfassend modernisiert werden.
Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben den Zeitplan für die Generalsanierungen im Schienennetz deutlich verändert. Bis 2031 sollen weniger vielbefahrene Strecken umfassend erneuert werden als ursprünglich vorgesehen. Während die Verantwortlichen betonen, dass keine Projekte gestrichen werden, verschieben sich zahlreiche Vorhaben auf einen bislang nicht festgelegten Zeitpunkt nach 2031.
Nach den neuen Planungen sollen bis 2031 nur noch 13 statt ursprünglich 21 Strecken grundlegend saniert werden. Die übrigen Projekte werden verschoben.
Nach Angaben von Bahn und Verkehrsministerium werde keine Korridorsanierung gestrichen. Stattdessen sollen die weiteren Prioritäten für die Zeit ab 2032 erst im kommenden Jahr festgelegt werden.
Damit ist auch offen, wann die rund 40 geplanten Generalsanierungen insgesamt abgeschlossen sein werden. Ursprünglich war vorgesehen, die Maßnahmen bis 2036 umzusetzen.
Zu den Strecken, die weiterhin bis 2031 modernisiert werden sollen, gehören unter anderem:
2027
Die Strecke Lehrte–Berlin befindet sich bereits in der Sanierung.
2028
2029
2030
2031
Mehrere ursprünglich bis 2031 vorgesehene Generalsanierungen sollen nun erst nach diesem Zeitpunkt umgesetzt werden. Wann die Arbeiten tatsächlich beginnen, steht derzeit noch nicht fest.
Folgende Strecken sind von der Verschiebung betroffen:
Mit dem überarbeiteten Konzept wollen Bahn und Infrastrukturtochter InfraGo nach eigenen Angaben die Vorbereitung von Umleitungsstrecken verbessern.
Kritik an den bisherigen Generalsanierungen kam vor allem aus dem Güterverkehr. Wettbewerber der Bahn hatten wiederholt bemängelt, dass Umleitungen nicht ausreichend vorbereitet oder kommuniziert worden seien.
Zudem soll der Verkehr nach Abschluss von Bauprojekten künftig schrittweise wieder hochgefahren werden. Bislang wurde häufig versucht, den Betrieb auf den sanierten Strecken an einem festen Termin vollständig wieder aufzunehmen. Bei mehreren abgeschlossenen Projekten kam es danach jedoch zu Problemen mit Verspätungen und Betriebsstörungen.
Künftig sollen modernisierte Strecken standardmäßig auf das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet werden.
Nach Angaben der Bahn sollen erneuerte Stellwerke ETCS-fähig werden. Zudem sind angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik vorgesehen.
Die Änderung wirkt sich allerdings erst auf spätere Projekte aus. Für die bereits geplanten Baustarts im kommenden Jahr bleibt die bisherige Planung bestehen.
Das Konzept der Generalsanierungen wurde 2023 unter dem damaligen Bundesverkehrsminister Volker Wissing und dem damaligen Bahnchef Richard Lutz vorgestellt. Ziel war es, rund 40 stark belastete Strecken umfassend zu modernisieren und anschließend möglichst über einen längeren Zeitraum frei von größeren Baumaßnahmen zu halten.
Bereits unter der neuen Bundesregierung wurde der Ansatz 2025 angepasst. Die Zahl der Sanierungen pro Jahr wurde von ursprünglich bis zu acht auf vier bis fünf reduziert. Gleichzeitig wurde der Gesamtzeitplan bis 2036 verlängert.
Zu den ersten Generalsanierungen gehörte die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Die Strecke wurde nach sechs Monaten Bauzeit Ende 2024 wiedereröffnet.
Bei der Sanierung der Verbindung Hamburg–Berlin kam es dagegen zu Verzögerungen. Aufgrund von Frost konnten Kabelarbeiten zeitweise nicht durchgeführt werden. Die Wiedereröffnung verschob sich um rund sechs Wochen.
Auch nach Abschluss der Arbeiten kam es dort zu Verspätungen, Zugausfällen sowie weiteren nächtlichen Sperrungen und Umleitungen. Ähnliche Probleme gab es später auch bei der Strecke Nürnberg–Regensburg.
Die bisherigen Sanierungen haben sich bislang nicht in einer deutlich besseren Pünktlichkeit niedergeschlagen. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten weniger als 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich.
Bahnchefin Evelyn Palla hatte deshalb bereits im Juli angekündigt, das Konzept der Generalsanierungen grundlegend zu überprüfen. Wenige Wochen später wurde der bisherige Zeitplan bis 2036 offiziell aufgegeben.

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